Nach Trennung von Cruise: Katie Holmes in Scheidungskomödie gefeiert

Von: Christina Horsten, dpa
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Die Hollywood-Schauspielerin Katie Holmes. Foto: dpa

New York. Knapp ein halbes Jahr nach der Trennung von Tom Cruise steht Schauspielerin Katie Holmes für ihre zweite große Broadway-Premiere auf der Bühne. Mit Szenenapplaus und Ovationen wird das Stück gefeiert - und auch darin dreht sich alles um eine Scheidung.

Das Scheinwerferlicht geht an und auf einem Küchenstuhl auf der Bühne sitzt Katie Holmes. Mit Jogginghose, Pantoffeln und Schlabberpullover, die Haare unordentlich auf dem Kopf zusammengebunden. Kein Hollywood-Glamour, nirgends.

„Dead Accounts” ist der zweite Broadway-Auftritt der Schauspielerin und wurde am Montagabend (Ortszeit) vom Publikum in New York mit begeistertem Applaus gefeiert. Wirbelsturm „Sandy” hatte die Premiere zuvor um zwei Tage nach hinten verschoben. Rund ein halbes Jahr nach der Trennung von Schauspieler-Kollege und Ehemann Tom Cruise will die 33-jährige Holmes endlich wieder beruflich Schlagzeilen machen - aber auch in „Dead Accounts” dreht sich alles verblüffend parallel zu ihrem privaten Leben um zerbrochene Beziehungen, viel Geld, Religion und Scheidungen.

Holmes spielt Lorna, eine frustrierte junge Frau aus Ohio im Mittleren Westen der USA - „wo die Menschen an Gott glauben, Mayonnaise zum Kochen verwenden und Linoleum auf dem Boden haben”. Nach einer gescheiterten Beziehung zieht sie wieder bei ihren Eltern ein. Dort geht alles seinen alltäglichen und unaufgeregten Gang: Der Vater ist krank, die Mutter pflegt ihn und kümmert sich um den Haushalt.

Lorna versucht verzweifelt, ihre Langeweile zu bekämpfen - bis eines Tages ihr Bruder Jack unangemeldet auftaucht und plötzlich alles im Überfluss da ist: Aufregung, Lärm, Bier, Pizza und Eiscreme. Aber Jack hat auch ein dunkles Geheimnis mitgebracht, das die Familie schließlich aufrüttelt, als es ans Tageslicht kommt.

„Dieses Stück geht einem auf einer sehr menschlichen Ebene nahe, weil es wirklich um die essenziellen Dinge des Lebens geht - Familienwerte und moralische Werte”, sagte die selbst aus Ohio stammende Holmes im Vorfeld. Auf der Bühne lässt der gut erzogene Jack aus Ohio - „Wir hier im Mittleren Westen sind zu nett, um gemein zu sein” - sich gerade scheiden - von einer sehr reichen Frau aus New York. „Geld und Religion sind die dummen Sachen, mit denen wir die Löcher in unseren Herzen schließen”, sagt er. „Das Leben ist nicht das, was wir uns davon erwartet haben”, seufzt die von Holmes gespielte Lorna.

Aber die Verknüpfungen zu Tom Cruise und Scientology, die diese Themen und Sätze bei jedem Klatschmagazin-bewanderten Zuschauer unwillkürlich aufkommen lassen, werden dem Stück nicht gerecht. Autorin Theresa Rebeck hat eine rasant-witzige Komödie geschrieben, deren Dialoge verblüffend real wirken. Ein Broadway-Abend wie eine zweistündige Folge einer guten Sitcom.

Star des Stücks ist auch nicht in erster Linie Holmes, sondern der herausragend energiegeladene Jack-Darsteller Norbert Leo Butz. Holmes Rolle ist die der zickig-besorgten Schwester, die sie anfangs blass und schüchtern, später kräftiger ausfüllt. Die erfolgreiche Hollywood-Schauspielerin und Modedesignerin erinnert in diesem Stück eher an ihre bescheidenen Anfänge in der Teenager-Serie „Dawsons Creek” - kommt damit beim Publikum aber gut an. „Sie hat das toll gemacht”, sagt eine Zuschauerin. „Mir hat es wirklich imponiert, dass eine so elegante und erfolgreiche Frau sich darauf einlässt, so ein Stück zu machen. Das wirkt bescheiden und beeindruckend.”
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