Millionenbelohnungen auf Mexikos Drogenbosse ausgesetzt

Von: epd/dpa
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Für die 24 meistgesuchten Drogenbosse bietet die Generalstaatsanwaltschaft von Mexiko umgerechnet bis zu 1,6 Millionen Euro. Foto: ddp

<b>Mexiko-Stadt. </B>Mexiko hat hohe Belohnungen für Hinweise zur Ergreifung von mehreren Dutzend Drogenbossen ausgesetzt. Für die 24 meistgesuchten von ihnen bietet die Generalstaatsanwaltschaft dabei umgerechnet bis zu 1,6 Millionen Euro.

Es ist das erste Mal, dass das vom Drogenkrieg besonders heimgesuchte Land so große Summen für so viele Drogenbosse bietet.

Auf der Liste befindet sich auch Joaquín Gúzman (El Chapo), Boss des Kartells von Sinaloa. Die weltweit mächtigste mexikanische Verbrecherorganisation ist derzeit in mindestens 25 Ländern aktiv. Gúzman wurde dieses Jahr erstmals in der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt geführt, was in Mexikos Regierung für Verärgerung sorgte.

In Mexiko sind im vergangenen Jahr nach inoffiziellen Schätzungen 5600 Menschen in Bandenkriegen und Auseinandersetzungen mit dem organisierten Verbrechen umgekommen, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Mexikos Regierung hat 36.000 Soldaten und Tausende Bundespolizisten in den von ihr erklärten „Krieg gegen die Drogen” entsandt.

Am 16. und 17. April wird der amerikanische Präsident Barack Obama zu seinem ersten offiziellen Besuch nach Mexiko reisen. Bei den Gesprächen mit dem mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón soll über eine Verbesserung der Zusammenarbeit im Kampf gegen die Drogenkriminalität gesprochen werden.

Seit Jahren bekriegen sich die Drogenkartelle in Mexiko unerbittlich. Erst vor gut einer Woche waren in der nordmexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez in einem Massengrab die verscharrten Leichen von zehn Ermordeten gefunden worden. Vier dieser Menschen waren enthauptet worden. Ciudad Juárez gehört zu den Städten mit dem höchsten Anteil an Gewalttaten. Im vergangenen Jahr sind dort rund 1600, seit Beginn dieses Jahres 345 Menschen getötet worden.

Im März 2008 waren in der Stadt zum ersten Mal an insgesamt 14 Stellen Dutzende von verscharrten menschlichen Körpern entdeckt worden. Und vor einigen Wochen wurde ein Mann festgenommen, der nach eigenen Angaben rund 300 Menschen in Säure aufgelöst hatte.

Allein in diesem Jahr sind in Mexiko bereits weit über tausend Menschen im Drogenkrieg ums Leben gekommen, die meisten in den nördlichen Städten Ciudad Juárez, Culiacán und Tijuana.
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