Kontrolle auf Schiphol nach Terror-Trick verschärft

Von: dpa
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Amsterdam. Nachdem Reporter in Amsterdam ein Sprengstoff- Imitat in ein Passagierflugzeug geschmuggelt hatten, sind die Kontrollen auf dem Airport Schiphol verschärft worden.

Die Aktion der Journalisten habe Lücken in den Sicherheitsmaßnahmen aufgezeigt, räumten die Leitung des Airports und das Nationale Büro zur Koordinierung der Terrorismusbekämpfung (NCTB) am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung ein. Die Reporter hatten das Flüssigbomben- Imitat problemlos bis nach London und von dort aus nach Washington im Handgepäck mitgenommen.

Über ihren „Trick” berichteten sie Sonntagabend im TV-Sender SBS6 - gut zwei Monate nach dem knapp vereitelten Bombenanschlag auf eine in Amsterdam gestartete US-Passagiermaschine. Die Reporter hatten zunächst in einem Duty-Free-Shop auf dem Airport eine Flasche mit Alkohol erworben und den Inhalt dann gegen Wasser als Imitat von Flüssigsprengstoff ausgetauscht. Danach legten sie die scheinbar unberührte Flasche erneut an der Kasse eines Zollfrei-Ladens der Kette „See Buy Fly” zum Kauf vor und ließen sie von dem ahnungslosen Verkäufer wiederum „ordnungsgemäß” versiegeln.

Als sofortige Folge werde auf dem Airport zusätzliches Personal zur Überwachung der Duty-Free-Shops eingesetzt, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung. In anderen Geschäften werde der Verkauf von Flüssigkeiten ganz unterbunden. Die Kontrolleure sollen vor allem darauf achten, dass kein Reisender von außen Behältnisse mit Flüssigkeiten in die Shops bringen und als angeblich dort erworbene Ware in Sicherheitsverpackungen für den Flug versiegeln lassen kann.

Mittelfristig sollen auf Schiphol „technologische und infrastrukturelle Anpassungen” zur Erhöhung der Sicherheit im Duty- Free-Bereich erfolgen, kündigte die Airport-Leitung an. Einzelheiten dazu wurden nicht genannt.

Möglich war die Reporter-Aktion vor allem dadurch, dass auf Schiphol gemäß EU-Regelungen aus dem Jahr 2005 bei Flügen außerhalb der Schengen-Zone die Sicherheitskontrollen nicht vor dem Zutritt zum Terminal, sondern dezentral an den jeweiligen Einsteige-Gates und damit erst nach den Duty-Free-Shops erfolgt. Dieses System müsse angesichts der 2006 erlassenen EU-Regelungen zum Transport von Flüssigkeiten nun eventuell geändert werden, erklärten die Terrorismus-Bekämpfer.

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