Kleine Rekordfrau: Auf Skiern durch die Antarktis

Von: Thomas Borchert, dpa
Letzte Aktualisierung:
Cecilie Skog auf Skiern durch die Antarktis
US-Begleiter Ryan Waters nach 70 Tagen das Ziel an der Rossbarriere erreicht und ihren Platz im bizarren Rekordbuch wagemutiger Expeditionen neu gesichert. Foto: dpa

Oslo. Zum Nordpol, zum Südpol, bei minus 50 Grad im Polarmeer, auf alle Supergipfel der Welt. Und jetzt 1800 Kilometer auf Skiern durch die Eiswüste der Antarktis. Die norwegische Extrem- Abenteurerin Cecilie Skog (35) hat mit ihrem US-Begleiter Ryan Waters (36) nach 70 Tagen das Ziel an der Rossbarriere erreicht und ihren Platz im bizarren Rekordbuch wagemutiger Expeditionen neu gesichert.

Beide schafften als erste die Durchquerung der Antarktis beiderseits des Südpols ohne Segel oder andere Hilfsmittel ausschließlich dank eigener Muskelkraft.

Nach der Ankunft schrieb die kleine, um 15 auf 45 Kilo abgemagerte Skandinavierin in ihrem Blog (http://cecilieskog.vgb.no): „Nun ist alles vorbei. Auch wenn es physisch ziemlich hart war, bleibt doch vor allem das tolle Naturerlebnis hängen.” Die Finger seien ein bisschen taub, aber sonst eigentlich alles okay, berichtete Skog der Nachrichtenagentur NTB im heimischen Oslo.

Unterwegs, am 9. Januar, hatte sie den Geburtstag ihres vor knapp anderthalb Jahren gestorbenen Ehemannes Rolf Bae begangen. Auch der ein besessener „Extrem-Abenteurer”. Mit ihm zusammen erreichte Skog 2006 als erste Frau von Land den Nordpol.

Zwei Jahre später kletterten beide auf den gefürchteten K2 im Himalaya, Bae starb bei einem Sturz kurz nach Erreichen des Gipfels. Zehn weitere Bergsteiger kamen ums Leben, Skog schaffte den Abstieg. Und will seitdem nicht über die Katastrophe sprechen, die zu heftiger Kritik an Rekordsucht und deren kommerzieller Ausbeutung führte.

Zu ihren immer wieder herausgehobenen Rekorden gehört, dass sie als bisher einzige Frau die höchsten Gipfel auf allen Kontinenten („Seven Summits”) bezwungen hat.

Aus der Antarktis schrieb die ausgebildete Krankenschwester in ihrem Blog: „Auch wenn Rolf nicht hier ist, ist er doch bei mir, immer. Da hört er sicher auch, was ich von Bob Dylan für ihn summe. Das bisschen, was ich kann.” Am Vortag notierte sie, dass man bei „minus 45 Grad mit stürmischem Wind wohl doch mal ein Wort über das Wetter verlieren muss”.

Skog und ihr Partner waren ausgerüstet mit hochmoderner Navigationstechnik sowie gestochen scharfen Satellitenfotos. Sie wurde am Ende mit ihrem US-Partner von einem Flugzeug aus der Eiswüste abgeholt.

Im Blog zollte die Norwegerin einem legendären Landsmann Respekt, der 1911 als erster Mensch überhaupt den Südpol erreicht hatte: „Einfach unfassbar und beeindruckend, wie Roald Amundsen mit Hunden und Schlitten in dieser überwältigenden Landschaft vorwärtsgekommen ist. Es war ja total unbekanntes Terrain für ihn und seine Leute.”
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