Kitani - Kein Supermarkt: Den Tsavo Nationalpark muss man erobern

Kein Supermarkt: Den Tsavo Nationalpark muss man erobern

Von: bsc
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Achtung, Elefant von links: Tsavo West bietet viel Natur und viele Tiere – aber man muss dafür etwas tun.

Kitani. Der Blick von Severin Schulte schweift über die satt grüne Savannen-Landschaft, die unter ihm liegt. Hier oben auf dem „Poacher‘s Look out“ hat er einen perfekten Ausblick über diesen Teil des Tsavo Nationalparks. Und in diesem Moment sieht der 59-Jährige nicht aus wie ein erfolgreicher Unternehmer aus dem Sauerland, sondern wie eine afrikanische Version von Crocodile Dundee.

 „Das ist mein Traum“, sagt Schulte und meint vor allem das Kitani Severin Safari Camp. 2001 erschien in der Zeitung „Nation“ eine Notiz des KWS (Kenyan Wildlife Service), in der ein Camp angeboten wurde – Severin Schulte schlug zu. Und baute innerhalb kurzer Zeit eine Anlage auf, die perfekt in die Natur eingebettet ist: Keine Zäune, die Gäste können die Tiere während des Abendessens an der angelegten Wasserstelle beobachten, ohne sie zu stören. Deshalb gibt es in der Lodge kein Büffet, es wird nur am Tisch serviert. „Die Lärmkulisse und Unruhe wäre zu groß“, erklärt Severin Schulte die Philosophie der Ruhe. Natur pur – ohne Grenzen: Um aus den Hütten ins Restaurant zu kommen, muss nach Anbruch der Dunkelheit der Escortservice der Massai-Krieger genutzt werden: Unliebsame Begegnungen etwa mit Büffeln oder Löwen sollen vermieden werden. Das gelingt nicht immer. Aber ein ungebetener Gast wie eine Red Spying Cobra, die sich beim Dinner auf die Terrasse schleicht, wird von Tom, einem Zwei-Meter-Massai, gleich entdeckt und aus dem Lodge-Verkehr gezogen.

Schulte will die Gäste mit einem Mix aus Natur und Comfort (wireless lan, Spa) länger an seine Tsavo-Herberge binden und vom Lodge-Hopping abbringen. „Runterkommen“ sollen die Besucher. Der Tsavo National Park bietet dazu eine perfekte Gelegenheit. Er ist der größe in Kenia. Die Hauptstraße von Mombasa nach Nairobi teilt ihn in Tsavo West und Tsavo Ost. Das Severin Safari Camp liegt im westlichen Teil, der 9065 Quadratkilometer misst und sich bis zur tansanischen Grenze, an den Fuß des Kilimandjaro zieht. Dieses Gebiet ist dichtbewachsen und mit Hügeln übersät.

Die grüne Mischung aus Savanne und Hügeln hatte der Sauerländer Severin Schulte gleich ins Herz geschlossen. Anders als im Masai Mara ist Tsavo West kein Supermarkt, in dem die Tiere wie Fastfood angeboten werden. Dieser Park will erobert, erschlossen werden. Der Besucher stolpert nicht an jeder Weggabelung über einen Löwen, er muss etwas dafür tun, die Big Five zu Gesicht zu bekommen. Entschädigt wird er dafür mit einer großartigen, faszinierenden Landschaft und einer echten Befriedigung, aktiver Teil eines Naturerlebnisses zu sein und nicht ein satter, passiver Rezipient.

Die Idylle aber ist gefährdeter denn je, speziell im östlichen Teil des Parks. Die riesigen Ausmaße des Tsavo Nationalparks begünstigen die Wilderei. Die illegale Jagd auf Nashörner und Elefanten hat wieder stark zugenommen. Der Markt speziell in Asien ist gierig, die Preise für Elfenbein höher denn je. Die Ranger fackeln nicht lange beim Kampf mit den bestens organisierten Wilderern. Doch es ist ein ungleicher Kampf, die Chancen, nicht ertappt zu werden, sind nach wie vor zu hoch.

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