Hitzegeplagte stöhnen: Wird das ein Sahara-Sommer?

Von: Gregor Tholl und Martin Oversohl
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Wie heiß wird der Sommer noch?

Berlin/Düsseldorf. Nach dem heißen Wochenende ist in Nordrhein- Westfalen Abkühlung in Sicht. Für heute erwarten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zwar noch Temperaturen um die 30 Grad und Gewitter. Morgen sollen die Höchstwerte dann aber nur noch rund 20 Grad betragen.

Mit Schauern ist laut der Prognose weiter zu rechnen, erst ab Freitag wird es trockener und wärmer. „Am Wochenende haben wir dann Temperaturen zwischen 25 und 27 Grad“, sagte DWD-Meteorologin Jana Beck.

Bis Sonntagabend hatten Hitze und Sommergewitter das Land fest im Griff. Mehr als 65.000 Blitze gingen binnen 24 Stunden über NRW nieder. Windböen erreichten bis zu 80 Stundenkilometer und knickten Bäume um, schwere Hagelstürme zogen über Bonn, den Rhein-Sieg-Kreis sowie das Sauer- und das Siegerland. Nachdem ein Blitz in einem Essener Stellwerk eingeschlagen war, arbeitete die Deutsche Bahn am Montag noch daran, die Schäden zu beseitigen. Bis heute Mittag sei mit Verzögerungen und Umleitungen zu rechnen, sagte eine Bahn-Sprecherin. Betroffen waren vor allem die Ost-West-Achse im Ruhrgebiet sowie die ICE-Züge von und nach Berlin. Ganz so heftig wie am Wochenende sollen die Gewitter heute nicht werden.

Nach Deutschlands Hitzerekord mit 40,3 Grad im bayerischen Kitzingen am Sonntag mögen sich die Hitzegeplagten fragen: Ist das der Auftakt zu einem Sahara-Sommer? „Das heiße Wochenende lässt keine Rückschlüsse auf den weiteren Verlauf des Sommers zu“, meint der DWD-Meteorologe Helge Tuschy. Es lag daran, dass außergewöhnlich viel heiße Luft aus Nordafrika nach Deutschland gepumpt wurde. Verlässliche längerfristige Prognosen über den weiteren Sommerverlauf sind laut DWD unmöglich. Nach einer Abkühlung ab der Wochenmitte werde es auch wieder wärmere Phasen geben. „Das Wechselspiel geht erst einmal weiter“, sagte der Wetterexperte.

Strände und Seen hatten am bislang heißesten Wochenende des Jahres einen Ansturm erlebt. Bundesweit gab es mindestens 13 Badetote – auch in der Region Aachen kamen zwei Männer ums Leben. In Polen ertranken am dortigen ersten Ferienwochenende sogar 37 Menschen.

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