Grüne Expertin: „Problem der Magermodels ist nicht per Gesetz zu lösen“

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„Nicht das echte Leben“. Frankreich will Magermodels per Berufsverbot vom Laufsteg holen. Foto: dpa

Berlin. Das Problem der Magermodels kann man nach Ansicht der Grünen nicht mit einer gesetzlichen Regelung aus der Welt schaffen. Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink sagt: „Wenn es wirklich darum geht, Jungs und Mädels ein positives Körpergefühl zu vermitteln, dann wird das nicht über ein Gesetz gegen Magermodels gehen.“ Das französische Parlament will Magermodels per Berufsverbot von den Laufstegen holen.

Wichtiger sei, die seit 2008 bestehende Selbstverpflichtung der Model-Branche zu aktualisieren und vonseiten des Bundesgesundheitsministeriums regelmäßig auf die Einhaltung zu achten, sagte Klein-Schmeink. Gerade in Zeiten vom „Germany‘s Next Topmodel“ müssten Kampagnen wie „Leben hat Gewicht“ immer wieder aufgefrischt werden. Heute beginnt die Berliner Fashion Week.

Trotz Selbstverpflichtung gibt es nach Ansicht der Grünen-Bundestagsabgeordneten in der Modebranche immer noch einen Trend zu Magermodels. „Das muss man schon fast als Berufskrankheit betrachten“, sagte sie.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) forderte die Gesellschaft insgesamt auf, ein anderes Körperideal zu vermitteln: „Zufriedenheit und Anerkennung hat nichts mit der Kleidergröße zu tun. Das muss die Gesellschaft insgesamt viel selbstverständlicher vorleben. Werbeaufnahmen sind nicht das echte Leben.“

Klein-Schmeink sagte weiter, mit diesen superdünnen Models würden „natürlich Körperideale in die Gesellschaft hinein vermittelt, die gerade für Pubertierende eine verhängnisvolle Anreizwirkung haben können“. Allerdings zeigten die Gesundheitsstatistiken auch, dass dies nicht der alleinige Auslöser für Essstörungen ist. Nach den Statistiken „kommen Essstörungen eher in niedrigen Einkommensgruppen vor. Die Magersucht finden wir häufiger in der Mittelschicht und in hochgebildeten Schichten.“

Magersucht sei „oft verbunden mit sehr hohen Leistungsanforderungen an sich selber und mit einem ausgeprägten Bedürfnis, die Dinge für sich unter Kontrolle zu behalten“, sagte Klein-Schmeink unter Berufung auf Experten. „Insofern kann man das nicht einfach nur auf Anreizwirkungen durch Ikonen aus der Werbung zurückführen.“ Vielmehr gehe es – als Gefährdungspotenzial für Kindheit und Pubertät – um eine komplexe gesellschaftliche Lage, die mit den gesellschaftlich vorherrschenden Leistungs- und Sozialisationsidealen zu tun hat.

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