Forscherin: LED löst Energiesparlampe bald ab

Von: dpa
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LEDs werden in wenigen Jahren Energiesparlampen abgelöst haben, glauben Forscher. Foto: dpa

Münster/Siegen. Die ungeliebten Energiesparlampen werden nach Expertenmeinung in nur wenigen Jahren wieder aus den Birnenfassungen verschwinden. Bei Leuchtdioden (LED) gebe es bereits große Fortschritte.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass die LED-Lampen in fünf bis zehn Jahren die Energiesparleuchten langsam verdrängen werden”, sagte die Chemikerin Prof. Claudia Wickleder in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Münster.

Dort treffen sich noch bis zum kommenden Mittwoch Materialforscher bei der 12. Europäischen Konferenz zur Festkörper-Chemie. Wickleder ist Professorin für Anorganische Chemie an der Universität Siegen und spezialisiert auf anorganische Leuchtstoffe.

Für Wickleder ist die Leuchtdioden-Technik eine echte Alternative zu Sparbirnen. „LED leuchten ungefähr 80 000 Stunden.” Damit hätten sie eine deutlich höhere Lebenserwartung als die Energiesparlampen. Zusätzlich seien sie energieeffizienter und damit umweltfreundlicher. „LED sind zwei bis drei Mal sparsamer.” Aufgabe der Chemie sei es nun, neue Leuchtstoffe zu finden, die das kalte LED-Licht wärmer werden lassen. „Hier gibt es erste gute Ansätze”, sagte Wickleder.

Ein großes Problem sieht Wickleder im Quecksilbergehalt in den Energiesparlampen. „Quecksilber darf auf gar keinen Fall im Hausmüll entsorgt werden.” In einer Sparlampe stecken bei neuen Modellen drei Milligramm, bei Fernost-Billigprodukten könne es mehr sein. Zum Vergleich: In einem Fieberthermometer, die wegen des Quecksilbers nach und nach ersetzt worden sind, sind bis zu einem Gramm des giftigen Schwermetalls enthalten.

Die Diskussion um die angeblich gesundheitsschädliche Wirkung von Licht der Sparlampen kann die Chemiker nicht nachvollziehen. „Das ist Blödsinn.” Es gebe aber unterschiedliche Lampentypen. „Das Licht von Energiesparlampen kann warm oder kalt sein. Das liegt an der einzelnen Lampe.”

Auch die von Museumskuratoren beklagten negativen Effekte bei der Beleuchtung von Kunstwerken seien übertrieben. „Hier gibt es spezielle Lampen, die ein tolles Licht erzeugen.”

Entscheidend für die Wärme oder Kälte des Lichts seien die unterschiedlichen Leuchtmittel. „Hier werden rote, blaue und grüne Mittel genutzt.” Die Mischung der Bestandteile sorge dann für die Qualität des Lichts.

„Wenn mehr blau eingesetzt wird, ist das Licht kalt. Wird rot verstärkt genutzt, dann ist das Licht wärmer.” In Geschäften werde mit den Mischungsverhältnissen gearbeitet. „Beim Fleischer ist das Licht eher rot, Blumenhändler haben eher grünes Licht”, sagte Wickleder. Das hänge jeweils davon ab, wozu das Licht dienen soll.

Energiesparlampen ließen sich aber in vielen Bereichen nicht einsetzen. „Sie flackern. Deswegen sind sie nicht geeignet für Bremslichter oder Ampeln”, sagte Wickleder. Schon heute seien Leuchtdioden vielseitig in Verwendung.

„Man findet sie im Auto, in Flachbildschirmen als Hintergrundbeleuchtung oder in Ampeln.” Die Grundlagen für die neuen Entwicklungen liefere die Chemie.

„Wir haben die Ideen und entwickeln die entsprechenden Materialien.” Auch für die Wirtschaft seien diese Forschungen sehr interessant. „Hier gibt es noch ein großes Verbesserungspotenzial”, sagte Wickleder.

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