Berlin - Fast 21 Grad: Frühlingshafte Temperaturen am Heiligen Abend

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Fast 21 Grad: Frühlingshafte Temperaturen am Heiligen Abend

Von: dapd/dpa
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Berlin. Verkehrtes Wetter an Heiligabend: Statt Schneemänner zu bauen, konnten die Menschen in den südlichen Regionen des Landes bei frühlingshaften Temperaturen ihren Weihnachtskaffee im Freien genießen. Mit fast sommerlichen 20,7 Grad ist in München ein deutschlandweiter Temperatur-Rekord für einen Heiligabend seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erreicht worden. Der Wert wurde an einer Station in der Innenstadt gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.

In Freiburg in Baden-Württemberg wurden nach Angaben des DWD um die Mittagszeit 18,5 Grad gemessen. Noch nie sei es in Deutschland so warm gewesen an einem 24. Dezember seit Beginn der Aufzeichnungen, die flächendeckend auf wissenschaftlicher Basis seit 100 Jahren existieren. Derweil führen viele Flüsse vor allem im Süden und Westen weiter Hochwasser.

Am Rhein wird sich die Hochwasserlage in den kommenden Tagen weiter verschärfen. Für den ersten Weihnachtstag erwartet die Kölner Hochwasserschutzzentrale einen Pegel von über acht Metern, wie ein Sprecher am Montag der dapd sagte. Wie hoch der Wasserstand dann steige, hänge von den weiteren Niederschlägen ab. Am frühen Montagnachmittag lag der Kölner Pegel bei fast 7,50 Metern und stieg rund drei Zentimeter pro Stunde.

Erst ab einem Pegelstand von neun Metern fließe Wasser in die Altstadt, sagte der Sprecher. Zum Schutz seien bereits mobile Wände aufgestellt worden. Für die Schifffahrt ist bereits ab einem Wasserstand von 8,30 Metern Schluss. Das letzte größere Hochwasser gab es in Köln 2003 mit einem Pegel von 9,71 Metern. Das „Jahrhunderthochwasser” Weihnachten 1995 stieg bis zur Marke von 10,69 Metern.

Auch weiter flussabwärts stiegen am Montag die Pegel. In Düsseldorf kletterte der Wasserstand am Nachmittag auf fast 6,80 Meter. Die erste Hochwassermarke wird dort bei 7,10 Metern erreicht.

Hochwasserlage in Bayern entspannt sich langsam

In Bayern entspannt sich nach dem Ende des Dauerregens die Hochwasserlage langsam. Zwar seien an Main und Donau noch leicht steigende Wasserstände zu erwarten, an Regnitz und Fränkischer Saale fielen die Pegel aber wieder, teilte der Hochwassernachrichtendienst in Augsburg mit. Dennoch komme es in weiten Teilen Frankens weiter zu Überschwemmungen.

Dauerregen und Schneeschmelze hatten am Wochenende Flüsse und Bäche anschwellen und über die Ufer treten lassen. Heiligabend waren noch etliche Straßen in den Landkreisen Bamberg, Kronach, Lichtenfels und Forchheim überflutet, wie die oberfränkische Polizei mitteilte. Insgesamt habe sich die Situation aber „stabilisiert”.

Auch in Rheinland-Pfalz hat sich die Lage nach dem ergiebigen Dauerregen vom Wochenende teilweise entspannt. Am südlichen Oberrhein und an der Sieg seien die Wasserstände wieder gefallen, teilte das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht in Mainz mit. Die Pegel im Einzugsgebiet der Mosel stagnierten derzeit und dürften über die Weihnachtsfeiertage ebenfalls leicht fallen. Am Mittel- und Niederrhein stiegen die Wasserstände den Angaben zufolge weiter an. Auf dem Rhein bei Maxau in Karlsruhe wurde wegen des Hochwassers die Schifffahrt eingestellt.

Skilifte abgestellt

Im Harz machen derweil die milden Temperaturen den Wintersport nahezu unmöglich. Fast alle Betreiber hatten ihre Skilifte am Montag bereits abgestellt, wie der Harzer Tourismusverband auf seiner Internetseite berichtete.

Nach dem „ungewöhnlich warmen Heiligen Abend” zieht nach Angaben des DWD am 1. Weihnachtstag von Nordwesten ein Regengebiet mit zum Teil schauerartigen Niederschlägen südostwärts. Am Dienstag werden Temperaturen zwischen 8 und 13 Grad erwartet. Am 2. Weihnachtstag rechnet der Wetterdienst mit Werten zwischen fünf und zehn Grad.

Die bisher höchste Temperatur an einem Heiligabend war nach DWD-Angaben 1983 in Müllheim und Baden-Baden mit 17,8 Grad gemessen worden. Der flächendeckend wärmste Heilige Abend war 1977: Damals wurden an mehr als 100 Stationen über 15 Grad erzielt. Auf der Temperaturskala folgten an diesem Montag auf Platz zwei und drei ebenfalls Orte in Baden: In Müllheim war es am Mittag 18,3 Grad warm und in Emmendingen-Mundingen 17,7 Grad.

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