Düsseldorf - Eisbomben für die Bären: Auch Zoo-Tiere leiden unter der Hitze

Eisbomben für die Bären: Auch Zoo-Tiere leiden unter der Hitze

Von: Helena Baers, ddp
Letzte Aktualisierung:
Eisbär / Eisbombe
Eisbärin Lara frisst in der Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen eine Eisbombe. Hochsommerliche Temperaturen über längere Zeit machen nicht nur Menschen zu schaffen. Auch in den Zoos in Nordrhein-Westfalen versuchen Pinguin, Eisbär und Co. sich abzukühlen. Damit das gelingt, helfen die Pfleger mit Kaltwasser-Duschen und gefrorenem Futter nach.

Düsseldorf. Hochsommerliche Temperaturen über lange Zeit machen nicht nur Menschen zu schaffen. In den Zoos in Nordrhein-Westfalen versuchen Pinguine, Eisbären und die anderen Tiere, sich abzukühlen. Damit das auch gelingt, helfen die Pfleger mit Kaltwasser-Duschen und gefrorenem Futter nach.

Wie sie die Hitze am besten ertragen, wissen viele Tiere bereits automatisch. „Sie sind uns Menschen da sehr ähnlich. Viele bewegen sich nicht und suchen sich Schattenplätze”, sagt Jochen Reiter, wissenschaftlicher Leiter des Duisburger Zoos.

Die Elefanten könnten in ihren Badebecken ganz untertauchen und sich kühle Luft mit den Ohren zuwedeln, ebenso wie es manche Vögel mit ihren Flügeln machten. Die Technik des Zoos sei von vornherein auf die Bedürfnisse der Tiere eingestellt, so dass beispielsweise in den Becken der Delfine im ganzen Jahr die gleiche Wassertemperatur herrsche und diese nun nicht noch extra runtergekühlt werde.

Ähnlich sieht es im Zoo Krefeld aus. Spezielle Maßnahmen gibt es dort nach Angaben von Pressesprecherin Petra Schwinn nicht. „Die Pinguine ziehen sich in ihre Höhlen zurück, und unser Nashornbaby wird einmal täglich geduscht.” Es genüge, ausreichend Schatten und Wasser zur Verfügung zu stellen. Auf eine Abkühlung dürften sich auch die Menschenaffen freuen: Für sie gebe es Wassereis aus Apfelsaft.

Auch im Wuppertaler Zoo steht Tiefkühlkost auf dem Speiseplan. Hier bekommen die Bären, insbesondere die Eisbären, ihr Futter in einem Block aus gefrorenem Wasser, „Eisbomben”, wie Kurator André Stadler sie nennt. Alle Tiere dürften zudem frei entscheiden, ob sie sich draußen im Gehege oder im Haus aufhalten. Dazu kommen den Angaben zufolge auch Rasensprenger und Wasserschlauch zum Einsatz, um einige Tierarten, beispielsweise die Hirsche, abzukühlen.

„Auch die afrikanischen Tiere leiden unter der Hitze”, sagt Sabine Haas von der Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen. In der Erlebniswelt Afrika sei es zwischen 11 und 15 Uhr „so leer wie in der Savanne”, die Tiere verkriechen sich ihren Angaben zufolge in den Schatten und vermeiden Bewegung. Die Bären erhielten Eisbomben, die nicht nur zum Fressen, sondern auch als Beschäftigungsmaßnahme dienten. Die Rentiere stünden gerne mit den Beinen im Wasser, andere Arten wie zum Beispiel die Stachelschweine versuchten sich jedoch, den kühlen Duschen zu entziehen.

Auch der Dortmunder Zoo versucht nach eigenen Angaben, mit Rasensprengern und Duschen für Abkühlung zu sorgen. „Die Duschen sind besonders bei Tapiren und Nashörnern sehr beliebt”, sagt Illona Schappert, die stellvertretende Zoodirektorin. Zudem gebe es ausreichend Schattenplätze. Ihrer Meinung nach leiden die Tiere nicht so stark unter der Hitze wie Menschen. Ein Problem sei, dass das Futter bei den hohen Temperaturen in den Gehegen sehr schnell verderbe. Sollten die Tiere ihre Portion mal nicht direkt auffressen, müsse das Futter rechtzeitig entsorgt werden, „damit die Tiere sich nicht später den Magen daran verderben”.
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