Duisburger Wasserleiche: Verdächtiger gefasst

Von: dpa
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Duisburg. Im Fall der am Duisburger Rheinufer angespülten Frauenleiche hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst. Gegen den 63-Jährigen sei Haftbefehl wegen Mordes ergangen, berichteten die Ermittler am Mittwoch.

Der Mann aus Wülfrath bei Wuppertal soll seit etwa einem halben Jahr in einer Beziehung mit der Frau gelebt haben. Er selbst bestreitet das.

Eine verhängnisvolle Erbschaft?

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 55-jährigen Frau aus Ratingen eine Erbschaft zum Verhängnis wurde. Staatsanwalt Martin Hein vermutet Mord aus Habgier: „Dem Beschuldigten kam es ganz deutlich auf den Erhalt dieser 11.400 Euro an.” Bei dem Verdächtigen fand die Polizei 8000 Euro Bargeld. Noch am Tattag soll er mit weiteren 1200 Euro Schulden beglichen haben. Ein Angler hatte die Wasserleiche am Freitag gefunden. Die Frau war durch mehrere Kopfschüsse umgebracht worden.

Anke S. hatte nach bisherigen Erkenntnissen am Donnerstag vor einer Woche die 11.400 Euro von ihrem Konto abgehoben, um damit ein Auto zu kaufen. Offenbar hatte ihr mutmaßlicher Lebensgefährte Dieter B. den Autokauf eingefädelt. Ob es sich dabei um eine fingierte Aktion handelte, war zunächst unklar. Wenige Stunden später wurde Anke S. in ihrem Wagen durch Schüsse in den Hinterkopf getötet.

Die Ermittler fanden mehrere Waffen in der Wohnung des Verdächtigen. Ob darunter auch die Tatwaffe ist, stand zunächst nicht fest. „Die Projektilauswertung hat allerdings ergeben, dass die Kalibergrößen zusammenpassen”, sagte der Leiter der Mordkommission, Arndt Rother.

Tatort soll das Auto der Getöteten gewesen sein. Die Polizei fand es in einem Gewerbegebiet in der Nähe des Leichenfundorts. Die Beamten vermuten, dass der Mörder das Auto nach der Tat noch oberflächlich reinigte. Dennoch seien Blutspuren gefunden worden. Erste Ergebnisse der DNA-Untersuchungen erwartet die Polizei für diesen Donnerstag.

Der Tatverdächtige sollte anfangs nur als Zeuge vernommen werden, verstrickte sich jedoch in Widersprüche. Daraufhin rückte er in den Fokus der Ermittlungen. Als Beschuldigter hat er bislang keine weiteren Angaben gemacht. Seit Dienstag sitzt er in Untersuchungshaft.

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