Freizeittipps

David Garretts Vater wehrt sich gegen Vorwürfe

Von: Christoph Velten
Letzte Aktualisierung:
G.P. Bongartz.jpg
David Garretts Vater, Georg Paul Bongartz.

Aachen. Es ist schon viel geschrieben und gesagt worden über den Aachener Stargeiger David Garrett. Viel Wahres und so Manches, was das Phänomen des „Wundergeigers“ zu erklären versucht, dabei aber die nötige Präzision vermissen lässt. Das Buch „David Garrett – Die exklusive Biografie“ scheint so ein Fall.

Seit November steht es in den Buchläden und hat eher durch den Ärger, den es verursacht hat, Schlagzeilen gemacht, als durch „exklusive“ Einblicke. Besonders Garretts Vater, Georg Paul Bongartz, wollte einige Aussagen in dem weder von Garrett noch seiner Familie autorisierten Buch nicht einfach so stehen lassen.

Er schaltete den Medienanwalt Christian Schertz ein, um gegen das Buch vorzugehen. „Es strotzt vor Fehlern und Falschbehauptungen“, sagte Schertz der Süddeutschen Zeitung (SZ) damals. Sein Mandant sehe sich deshalb in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt und habe eine Unterlassungserklärung angefordert.

Die hat der Verlag in der Zwischenzeit unterschrieben. Zwar ist die erste Auflage (8000 Stück) mittlerweile verkauft, wie der mvg-Verlag am Dienstag auf Anfrage mitteilte. In der zweiten Auflage seien die von Bongartz angemahnten Stellen dann aber verändert oder ganz rausgenommen worden, hieß es.

Aber worüber streitet man sich eigentlich? Immer wieder geht es um die gleichen Fragen: Hat Bongartz seinem Sohn die Jugend gestohlen? Ist David Garrett von seinen Eltern zum Wunderkind gedrillt worden oder haben diese lediglich das Talent erkannt und ihn entsprechend gefördert?

Garrett hatte in der Vergangenheit immer wieder mit Aussagen die Spekulationen über eine eher traurige Kindheit angeheizt. Auch gegenüber unserer Zeitung äußerte er sich im Mai 2009 wie folgt: „Aachen war für mich als Kind in erster Linie Arbeitsstätte. Ich bin nie richtig rausgegangen, habe nur gearbeitet.“

Der Autor verteidigte deshalb sein Werk: „Natürlich kommt Garretts Vater nicht als Wunschvater weg. Aber der war er wohl auch einfach nicht“, sagte Johannes Rothenbaum gegenüber der SZ. Er habe die Kindheit des Geigers auf der Grundlage von dessen eigenen Aussagen in Zeitungs- und Magazin-Interviews rekonstruiert.

In einem Interview mit der Zeitschrift „Gala“, das am Mittwoch veröffentlicht werden soll, wehrt sich der Geigenauktionator Bongartz auch persönlich gegen Vorwürfe, er habe den heute 33-jährigen Garrett als Kind zum Üben gezwungen. „Das bestreite ich energisch“, sagte Bongartz. Wenn David bei seiner Lehrerin in Miami „eineinhalb Stunden Unterricht hatte, haben wir ihm danach gesagt: Jetzt geh mal schön im Ozean schwimmen! Und wenn er sagte, nein, er muss das Stück erst weiter erarbeiten, sind wir fast böse mit ihm geworden.“

Sein Sohn David sei ein Wunderkind gewesen – gerade mit diesen Kindern müsse man „besonders vorsichtig“ umgehen, so Bongartz weiter. „Ein Genie braucht die Möglichkeit, sein Talent zu entfalten. David ist nie überfordert worden. Der ist psychisch total in Ordnung.“

David Garrett selbst ist derzeit in den USA auf Tournee unterwegs, wie sein Management am Dienstag in Berlin auf Anfrage sagte – und bekommt von all dem nichts mit.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert