„Colt Express“ ist Spiel des Jahres

Von: Kirsten Baukhage
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Spieleautor Christophe Raimbault (re.) und Grafiker Jordi Valbuena freuen sich, dass „Colt Express“ zum Spiel des Jahres gewählt wurde. Foto: dpa

Berlin. Schießen, schlagen, Gewalt als bestimmendes Spielelement – was bei vielen Computerspielen dazugehört, ist auch bei klassischen Brettspielen für die Familie nicht mehr tabu. Die verrückte Westernparodie „Colt Express“ (Verlag Ludonaute) hat am Montag die begehrte Auszeichnung „Spiel des Jahres“ gewonnen.

Per Aktionskarten wird hier geballert und die Konkurrenten buchstäblich aus dem (Spiel-)Feld geschlagen, was das Zeug hält. Mit dem actionreichen Spiel überzeugte der Franzose Christophe Raimbault die Jury und setzte sich gegen Hunderte Mitbewerber durch.

Zum 37. Mal kürte eine achtköpfige Jury am Montag in Berlin das „Spiel des Jahres“. Zum fünften Mal wurde das „Kennerspiel des Jahres“ ausgezeichnet. Es wurde speziell für ausgefuchste Spieler erdacht, die Wert auf Strategie legen. Der Wettbewerb wird dabei immer internationaler. „Von 15 empfohlenen Spielen auf unserer Liste kommen zwölf Autoren aus dem Ausland“, sagt Tom Felber, Vorsitzender des Vereins „Spiel des Jahres“.

Export-Weltmeister bei Spielen

Die deutsche Spieleindustrie hat die anderen Länder aus Sicht des Vorsitzenden von Spielverlage e.V., Hermann Hutter, ein Stück infiziert. „Deutschland ist Weltmeister im Export von Spielen“, sagt er. Seit Jahren mache die Branche einen stabilen Umsatz von rund 400 Millionen Euro im Jahr. Mit Zulieferern lebten rund 10.000 Menschen davon.

Erfinder Raimbault hat sich für seinen „Colt Express“ auch vom Spielmaterial her etwas Neues einfallen lassen. Gespielt wird auf einem dreidimensionalen Zug und nicht auf einem flachen Brett. In der Westernparodie schlüpfen die Spieler in die Rolle von Banditen, die Reisende ausrauben und sich dann noch als „Oberbandit“ qualifizieren, indem sie den anderen ihre Beute abjagen.

Gelungene Mischung

Zunächst kann sich jeder Spieler einen von sechs Charakteren mit besonderen Eigenschaften wie bessere Schussfähigkeit oder besondere Cleverness aussuchen. Mit Hilfe von Aktionskarten wird ein Aktionsplan erstellt, den es dann umzusetzen gilt. Doch die anderen funken kräftig dazwischen. „Diese Mischung aus Planung und Chaos hat Charme und Witz“, urteilte die Jury.

Das Kennerspiel des Jahres „Broom Service“ (Verlag: alea/Ravensburger) entführt ins Reich der Hexen und Druiden (Broom ist der Besen, auf dem die Hexen fliegen). Wer braut die besten Zaubertränke und liefert sie sicher ab? Dabei müssen die Spieler ständig entscheiden, ob sie mutig und damit lukrativer oder feiger und damit weniger gewinnträchtig handeln. Wer jedoch zu mutig ist, kann auch alles verlieren.

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