Blinken, Bimmeln, Schneien: In Frankfurt ist schon Weihnachten

Von: Stefan Höhle, ddp
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Christmasworld / Weihnachten / Christbaumkugeln
Christbaumkugeln in allen möglichen Farben sind am Freitag in Frankfurt am Main auf der Messe "Christmasworld" zu sehen. Vom 30. Januar bis zum 03. Februar werden hier Trends und Innovationen aus den Bereichen Dekoration und Festschmuck nicht nur rund um das Weihnachtsfest, sondern zu allen Festen des Jahres gezeigt. Foto: dpa

Frankfurt/Main. Auf der Frankfurter Messe „Christmasworld” hat am Freitag das Weihnachtsgeschäft begonnen. Bis kommenden Dienstag zeigen rund 1000 Aussteller aus 40 Ländern, mit welchen Produkten 2009 das Christenfest ihren Vorstellungen nach begangen werden sollte.

„Alle Markt- und Markenführer sind gekommen”, sagt Messe-Sprecherin Jutta Baumann. Christmasworld sei international eine „Leitmesse”. Entsprechend global wird das Weihnachtsfest von den Ausstellern unter allseitigem Blinken, Bimmeln und Schneien denn auch eingeläutet.

Die Hersteller aus aller Welt präsentieren Produkte wie beschneite Krippen, wippende Jesus-Wiegen, „holy” (heilige) Klingeltöne fürs Handy oder Schnee-Feuerwerk als Rundum-Ausstattung für schlichtweg alle feierlichen Anlässe des Jahres.

Auch die Frankfurter Messe GmbH definiert die „Christmasworld” als eine „Plattform für die träumerische, moderne Dekosaison mit Raum für Sehnsüchte und Fantasie”.

Natürlich können sich Einkäufer auch ganz klassisch fürs Dezembergeschäft eindecken. Christbaumkugeln für den Discounter gibt es ebenso wie diamantenbesetzte Ausführungen, die im Handel dann nach Herstellerangaben 20.000 Euro kosten sollen.

Grüne Kunststoffbäume in Nachttisch- oder Rathausgröße warten auf Order, den dazugehörigen Schmuck gibt es am Nachbarstand. Mal nach erzgebirgischer Tradition aus Holz oder als - diesjähriger Favorit angekündigt - als „Café Espresso” oder „Chocolate Chillout”-Kollektion. Die Accessoires in Schoko- oder Kaffeeoptik sind allerdings nicht zum Verzehr geeignet.

„Ich glaube, dass ich zu Weihnachten keine kleinliche Einstellung habe”, sagt der katholische Messeseelsorger Herbert Poensgen. „Aber mir sträuben sich hier schon öfter mal die Nackenhaare.”

Zusammen mit seinem evangelischen Kollegen hat Poensgen einen kleinen Messestand aufgebaut, präsentiert zeitgemäße Krippenkunst und möchte Ausstellern gern Fragen zum christlichen Ursprung des Weihnachtsfests beantworten. Wenn zu seinem kleinen Workshop „vier bis acht” Besucher kommen, wird er zufrieden sein. „Den einen oder anderen Schock habe ich beim Rundgang ja doch bekommen.”

„Kitsch is beautiful”, sagt unumwunden der Repräsentant des US-Weihnachtsriesen „Kurt S. Adler”. Als neuen Renner für europäische Warenhäuser und Gartencenter verweist er auf die „Babys First Christmas”-Kollektion.

Dabei handelt es sich um glitzernde Schühchen und andere Baby-Accessoires in Miniaturform für den Baum. Ein grüner, duftender „Christmastree” wird gleich mit angeboten, und ist in geschmückter Vollausstattung für Endverbraucher nicht unter 5000 Euro zu haben.

Für nicht viel weniger Geld offeriert ein asiatisches Unternehmen seine für alle Anlässe eventtauglichen Figurenensembles. Ob Hochzeit, chinesisches Frühjahrsfest, Vorgarten oder Heiligabend - auf der Christmasworld machen drei schmucke Buddhas eine ebenso gute Figur wie die bezipfelten Gartenzwerge.

Denn mitten unter ihnen stehen - so viel Weihnachten muss sein - auch drei grellbunte Heilige Drei Könige. „Christmas”, sagt der Geschäftsmann am Stand, sei ein „wonderful” Event. Schöner als in Shanghai, davon ist er überzeugt, könnte Weihnachten kaum zelebriert werden.

Ein Stückchen weiter zeigt ein US-Hersteller sein überschaubares Angebot. Es besteht lediglich aus drei Gefäßen, gefüllt mit Myrre, Weihrauchharz und Blattgold, den drei Geschenken der Heiligen Drei Könige. „Wir sind aus Marialand”, sagt der Anbieter lachend in gebrochenem Deutsch - aus dem Bundesstaat Maryland.

Messeseelsorger Poensgen hat die Gefäße bereits besichtigt. „Ganz puritanisch, geradezu oberoriginal”, kommentiert er fröhlich. „Auch das können die Amerikaner immerhin.”
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