Hamburg - „Big Brother”-Produzent: Inszeniert, aber authentisch

„Big Brother”-Produzent: Inszeniert, aber authentisch

Von: Interview: Carsten Rave, dpa
Letzte Aktualisierung:
Rainer Laux
Rainer Laux, Produktionsleiter der Firma Endemol, steht in Köln vor dem Logo der von Endemol produzierten TV-Serie "Big Brother". Foto: dpa

Hamburg. Produzent Rainer Laux ist der Mann der ersten Stunde. Am 28. Februar 2000 saß der heute 48-Jährige für sein Unternehmen Endemol bereits im Regieraum der ersten „Big Brother”- Ausgabe im deutschen Fernsehen. Auch beim Start der 10. Staffel an diesem Montag trägt der studierte Rechtswissenschaftler mit Herkunft Andernach die Verantwortung über das Gelingen der 148 Tage langen Veranstaltung.

Sein Fazit lautet: „Big Brother” hat trotz diverser Konkurrenz aus dem TV und dem Netz seine Existenzgrundlage längst nicht verloren.

„Big Brother” erzeugte vor zehn Jahren einen unglaublichen Wirbel. Zehn Jahre später kräht kaum noch ein Hahn nach dem Containertreiben. Was hat sich geändert?

Laux: „"Big Brother" hat auch heute noch seine Fans - es ist das einzige Format, das neben RTL II 24 Stunden lang auch im Internet oder als Pay-Angebot auf Sky zu beobachten ist. Alle andere Sendungen sind nur Momentaufnahmen, ob es die Topmodels sind oder das Supertalent, ganz abzusehen von Dokusoaps mit ihrer gescripteten Reality - bei uns geht es immer noch um echtes Fernsehen mit echten Menschen! Bei uns leben sie zwar auch in einer inszenierten Welt, aber in dieser verhalten sie sich authentisch.”

Hat das Internet „Big Brother” in seinen Möglichkeiten überholt?

Laux: „Richtig ist: Heute gibt es so viele Möglichkeiten im Internet, ob Facebook, Twitter und so weiter, über die ich mich outen kann und dokumentiere, was ich gerade tue, was ich gerade esse. Dies gibt es erst seit zwei, drei Jahren. Bei Twitter oder Facebook kann ich aber nur bedingt zuschauen und zwar so lange nur, wie mich jemand zuschauen lässt. Bei BB bin ich 24 Stunden dabei!”

Wie hat „BB” den TV-Markt beeinflusst?

Laux: „Klar ist, dass BB für einen Realityschub im TV sorgte und eine damit einhergehende Sättigung, durch die viele Formate wieder eingestellt werden mussten. Auch der herkömmliche fiktionale Serienmarkt war rückläufig. Und jedes neue Format, jedes neue Genre hilft dem Medium Fernsehen, so dass sich die Programmanbieter Gedanken um eine Weiterentwicklung machen.”

Wünschen Sie sich wieder mehr Gerede um „BB”, damit die Quoten steigen?

Laux: „Nach dem Motto Any press is good press? Ich möchte nicht, dass die Leute darüber schlecht reden, sondern es als Entertainment- Format sehen. Meine Kollegen in Spanien oder England hatten diese Sorgen gar nicht, weil die Sendung positiv aufgenommen wurde. Der Deutsche hat eher ein Problem mit der Unterhaltung.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert