Bequem und schnell: Lebensmittel nach Hause liefern lassen

Von: Eva Neumann, dpa
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Lebensmittel
Wer wenig Zeit hat oder nicht mehr so gut zu Fuß ist, dem kann das Einkaufen schnell lästig werden. Abhilfe schaffen Lebensmittelbringdienste. Doch worauf müssen Kunden dabei achten? Foto: dpa

Berlin. Großeinkauf am Samstagvormittag - das kann eine nervige Angelegenheit sein: Schon auf dem Parkplatz ist das Gedränge groß, die Stimmung gereizt.

Das Regal mit dem Lieblingskäse ist leer geräumt. An der Kasse hat sich eine lange Schlange gebildet. Der Frau in der Nachbarreihe fällt ein Joghurtbecher runter. Ein Kleinkind schreit. Es geht auch anders: Internethändler und Geschäfte mit Lieferdiensten bringen die Lebensmittel bis auf den Küchentisch.

„Lebensmittellieferdienste ermöglichen bequemen, zeitsparenden Einkauf von zu Hause aus”, erläutert Alexandra Borchard-Becker von der Verbraucher Initiative in Berlin. „Auch das Schleppen von Einkäufen entfällt.” Interessant sind solche Dienste besonders für Ältere oder Menschen mit Handicap, aber auch für alle, die stark in Beruf oder Familie eingespannt sind.

Bei Onlineportalen wie www.easyeinkauf.de, www.bioeinkaufen.de oder www.oekokiste.de lassen sich über eine Postleitzahlensuche die Anbieter finden, die in der Region ausliefern. Für alle, die nur das Nachhausetragen vermeiden wollen, ist der Weg zum Geschäft um die Ecke naheliegend. „Kleine Einzelhändler, Reformhäuser, aber auch Ketten bieten mittlerweile häufiger einen Transportservice an”, sagt Borchard-Becker. „Sehr etabliert sind mittlerweile Wein- und andere Getränkelieferdienste”, ergänzt Simone Vintz von der Stiftung Warentest in Berlin.

„Zunächst sollte ich für mich selbst hinterfragen, welche Produkte das Sortiment umfassen soll”, empfiehlt Borchard-Becker. Geht es zum Beispiel um bestimmte Feinkostartikel wie Zutaten zur asiatischen oder orientalischen Küche, dann biete ein spezialisierter Händler die größte Auswahl. Dort bekomme der Kunde mit einem Anruf oder einem Mausklick auch Lebensmittel, die er sich in seinem Wohnumfeld mühsam zusammensuchen müsste.

Über breite Sortimente verfügen Internetsupermärkte wie www.lebensmittel.de oder die Onlineshops von Ketten wie Rewe oder Kaisers. Sie bieten sich für Kunden an, die auf diesem Wege den Großeinkauf vermeiden wollen. „Wenn ich von einem oder wenigen Lieferanten bestelle, spart das Zeit und Versandkosten”, sagt Borchard-Becker.

Sorgsam verpackte Flaschen, abgepackte Lebensmittel und Dosen lassen sich wunderbar transportieren. Im Internetsupermarkt allerdings dürfen viele Kennzeichen fehlen, die für verpackte Lebensmittel im Geschäft vor Ort vorgeschrieben sind. „Das kann vor allem für Allergiker zum Problem werden und für Kunden, die bestimmte Zutaten nicht vertragen oder auch vermeiden wollen”, sagt Vintz. Betroffene sollten bei der Wahl des Händlers im Blick haben, ob dieser Zutaten und Inhaltsstoffe transparent darstellt.

Unter logistischen Gesichtspunkten ist die Lieferung oder der Versand von allen empfindlichen Waren schwierig, zum Beispiel von Obst und Gemüse. „Hier ist ein großer Nachteil, dass ich die Artikel nicht in die Hand oder in Augenschein nehmen kann”, erläutert Angela Clausen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. „Ich kann mir die konkrete Ware nicht aussuchen. So habe ich zum Beispiel keinen Einfluss auf den Reifegrad einer Frucht.”

Die größten Probleme bereiten Milch und Molkereiprodukte sowie Gefrierkost. Wird bei ihrem Transport die Kühlkette unterbrochen, leidet sofort die Qualität. Die Einhaltung der Kühlkette kann der Kunde kaum kontrollieren. „Aber ich kann zumindest die Dauer des Transportes, die Verpackung der Ware und das Kühlmittel hinterfragen”, sagt Clausen. Wer ausschließlich Gefriergut bestellen möchte, ist bei spezialisierten Lieferanten wie Bofrost, Eismann oder Frosta an der richtigen Adresse.

Bei allen Lebensmittelbestellungen per Mausklick, Telefon oder Fax sollten Verbraucher die Geschäftsbedingungen genau anschauen. Sie sind von Shop zu Shop sehr unterschiedlich und nicht immer transparent. Bei Onlineshops ist eine Warenkorbfunktion wünschenswert. Sie hilft, den Überblick über das Einkaufsvolumen und über die Kosten zu bewahren.

Wichtig auch: Wie kurzfristig wird geliefert? Wie exakt wird der Liefertermin benannt? Bioanbieter haben oft bestimmte, vom Kunden nicht änderbare Liefertage in der Woche. Lebensmittel.de zum Beispiel gibt an, dass alle bundesweiten Bestellungen, die werktags bis Mitternacht eingehen, innerhalb des nächsten Tages nach Bestellung versandfertig sind, so dass sie voraussichtlich am übernächsten Tag beim Kunden sind. Kaisers bietet seinen Kunden ein Lieferzeitfenster an, das schon vor dem Bestellen festgelegt werden kann.

Bei den Kosten sind nicht nur die einzelnen Produkte, sondern auch die Versandkosten einen Blick wert. Hier gibt es zwischen einzelnen Anbietern erhebliche Unterschiede. „Möglicherweise entfallen sie ab einem bestimmten Warenwert. Dann lohnt sich ein Monatseinkauf”, sagt Clausen. „Oder man tut sich mit Nachbarn oder Freunden zusammen.” So liefern manche ab 50, andere ab 100 Euro frei Haus, wieder andere verlangen immer eine Versandpauschale im einstelligen Euro-Bereich. Rewe etwa weist darauf hin, dass die Liefergebühr sich abhängig von der Lieferzeit und der Auslastung ändern kann.

Und schließlich gilt es, die eigenen Rechte als Kunde zu kennen. „Lebensmittel kann ich nicht wie andere im Netz bestellte Waren wegen Nichtgefallen zurückgeben”, sagt Vintz. „Aber ich habe natürlich ein Recht auf Reklamation beschädigter oder verdorbener Produkte.” Das einzufordern sowie Mängel etwa mit einem Foto nachzuweisen, ist allerdings aufwendig. Für einen Joghurt mit Schimmel wird das wohl kaum jemand auf sich nehmen. Dann liegt ein Anbieterwechsel näher.
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