Aachen - Arschbomber bis Lederhäutiger: Typologie des Freibadbesuchers

Arschbomber bis Lederhäutiger: Typologie des Freibadbesuchers

Von: Annette Reuther, dpa
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arschbomber freibad
Die einen stehen grölend am Beckenrand, die anderen wollen in Ruhe im Wasser ihre Bahnen ziehen oder auf ihrer Liege an ihrer Tiefenbräune arbeiten. Im Freibad treffen sich die unterschiedlichsten Charaktere. Foto: dpa

Aachen. Es ist - zumindest vorübergehend - Sommer. Da geht es auch in Freibädern wieder hoch her. Eine Typologie der Besucher.

- DER ARSCHBOMBER: Der Quälgeist eines jeden Schwimmers. Er steht am Beckenrand oder wartet darauf, dass der Bademeister den Sprungturm öffnet. Am liebsten springt der oft übergewichtige Arschbomber millimeterscharf neben weibliche Freibadbesucher ins Wasser. Er ist der größte Gegenspieler des Bademeisters, der versucht, den Arschbomber per Lautsprecher in Schach zu halten - meist vergebens. Denn der Arschbomber tritt fast nur in Gruppen auf.

- DER SPORTSCHWIMMER: Er krault schon morgens seine Bahnen, denn da kommt ihm kein Nichtschwimmer in die Quere. Ausgerüstet mit enger Badehose und einer Schwimmbrille pflügt er durch das (noch) klare Wasser. Wütend wird der Sportschwimmer nicht nur, wenn ihm Jugendliche in den Weg springen, sondern auch, wenn tratschende Damen, stets mit dem Kopf über dem Wasser, seinen Weg kreuzen.

- DER LEDERHÄUTIGE RENTNER: Auch er ist schon morgens im Freibad anzutreffen - schließlich muss er sich den besten Platz sichern. Seine Liege steht immer in Achse zur Sonne, für Lichtschutzfaktor 20 plus hat der Lederhäutige nichts übrig. Die gut gefüllte Kühltasche steht griffbereit neben der Liege. Der Sonnenschirm ist nur ein Alibi. Gern kommt er in Begleitung seiner ebenfalls tiefbraunen Frau.

- DIE KICHERNDE PUBERTIERENDE: Sie ziert sich lange am Beckenrand, kreischt laut, wenn sie den Zeh ins Wasser hält. Die Kichernde hält sich bevorzugt mit ihren Freundinnen am Beckenrand auf und wartet darauf, von Halbstarken ins Wasser geworfen zu werden.

- DAS KIND: Bevor es stundenlang im Wasser planscht und hineinpinkelt, schreit es lauthals, wenn die Eltern versuchen, ihm Schwimmflügel überzustreifen. Zum Trost bekommt es ein Eis.

- DAS TURTELNDE PÄRCHEN: Es schäkert und zärtelt und wird dabei gerne gesehen. Es dümpelt so lange im seichten Wasser, bis die Haut ganz schrumpelig ist - auch knautschig kann man knutschen.

- DIE GROSSFAMILIE MIT ODER OHNE MIGRATIONSHINTERGRUND: Sie lagert immer im Schatten und hat Essensvorräte für mehrere Tage dabei. Aus den Taschen quillen Chips, Cola, Brot oder auch mal gebratene Lammspieße. Der Nachwuchs ist dennoch nicht zufrieden und steht am Freibad-Kiosk um Eis und Pommes mit Mayo an.
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