Angriff auf belgische Kaserne: Täter in Psychiatrie

Von: dpa/mgu
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Militärstützpunkt  in der Gemeinde Namur
Motiv des Angriffs auf eine belgische Kaserne gibt den Ermittlern Rätsel auf. Foto: EPA/LAURENT DUBRULE

Namur. Der zunächst als möglicher Terroranschlag eingestufte Angriff auf einen Militärstützpunkt in Belgien wurde offensichtlich von einem Mann mit psychischen Störungen verübt. Ein Untersuchungsrichter ordnete am Dienstag an, den kurz nach der Tat festgenommenen Verdächtigen in der psychiatrischen Abteilung eines Gefängnisses unterzubringen.

Es gebe ernsthafte Zweifel, ob der Mann überhaupt strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden könne, sagte der zuständige Staatsanwalt Vincent Macq nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga. In den bisherigen Vernehmungen habe er zusammenhanglose Äußerungen von sich gegeben. Es scheine nicht so, als könne er zur Aufklärung beitragen, scheibt die belgische Tageszeitung „La Meuse“.

Der 32-jährige Minh L. war am Montag mit seinem Auto gewaltsam auf das Gelände einer Kaserne in der Gemeinde Namur vorgedrungen. Militärs eröffneten daraufhin das Feuer und schlugen ihn in die Flucht. Wenig später ließ sich der Mann dann widerstandslos festnehmen. Weil das Vorgehen des Täters an der Kaserne an das von Selbstmordattentätern erinnerte, war zunächst ein Terroranschlag nicht ausgeschlossen worden. Bei dem Mann wurden allerdings weder Sprengstoff noch Waffen gefunden.

L. war den Behörden laut „La Meuse“ bekannt. 2005 war der Mann aus Namur bei einer Prüfung durchgefallen. Der Lehrer soll ihm von einer Wiederholung abgeraten haben, berichtet die Zeitung. Das habe L. schwer verkraftet. Er soll mit einem Butterflymesser in die Schule gekommen sein, um sich mit dem Lehrer anzulegen. Er konnte aber vorher gestoppt werden.

2010 soll er zum Ziel gehabt haben, zum sogenannten Para-Commando zu gehen. Er habe die Luftlandeeinheit des belgischen Militärs bewundert. Allerdings wurde er nicht aufgenommen. Ob der Rückschlag eine Wut auf das Militär in L. hervorgerufen hat, sei nun wohl auch Gegenstand der Ermittlungen.

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