Akustisch „geflutscht”: Sportfreunde Stiller mit „Unplugged”-Album

Von: ddp
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Sportfreunde Stiller
Die Band Sportfreunde Stiller. Foto: dpa

Berlin. Ihre WM-Hymne „54, 74, 90, 2006” sang vor zwei Jahren fast das ganze Land. Eine breite Fangemeinde hatten sich die Sportfreunde Stiller mit „Das Kompliment” und „Ich, Roque!” schon vorher erspielt. In den Kulissen eines New Yorker Straßenzugs hat das Münchner Trio nun für den Musiksender MTV ein Unplugged-Konzert aufgenommen.

Torsten Landsberg sprach mit Sänger und Gitarrist Peter Brugger über das Konzert, Nervosität und das am 22. Mai erscheinende Album „MTV Unplugged in New York”.

In der „Unplugged”-Reihe treten seit Anfang der 90er Jahre Weltstars wie R.E.M., Lenny Kravitz und Neil Young auf. Wie habt Ihr Euch auf die Aufnahme in den erlauchten Kreis vorbereitet?

Brugger: Wir haben begonnen, unsere Lieder anzuschauen, mussten dabei aber sehr schnell merken, dass bei „Unplugged” alles reduziert ist auf das Lied. Da ist kein großartiges Gedöns drumrum. Man kann sich nicht verstecken, es ist sehr pur.

Ihr habt mit 24 Musikern gespielt, darunter ein Streichquartett. Habt Ihr Eure Lieder dadurch neu kennengelernt?

Brugger: Auf jeden Fall! „7 Tage, 7 Nächte” ist eines unserer liebsten Stücke geworden, weil es im neuen Arrangement so schön ist. Oftmals sind ja auch Studioaufnahmen nicht so, wie man es sich anfangs vorgestellt hat. Wir haben uns dann in die Lage reinversetzt zu sagen: Was wollten wir eigentlich mit dem Stück? Es war eine Chance, etwas anders aufzunehmen und es vielleicht auch näher an das zu bringen, was man ursprünglich mal vor hatte.

Sind bei der Auswahl denn auch Songs durchs Raster gefallen, die sich akustisch nicht umsetzen ließen?

Brugger: Das gab es auch. Wir hatten ein paar Lieder auf der Liste, bei denen wir gemerkt haben: Irgendwie lassen die sich weder in ein anderes Tempo noch in ein anderes Arrangement packen. Dafür hat es bei anderen Liedern geflutscht, die wir eigentlich nicht so auf dem Plan hatten.

Worin hat sich die Vorbereitung für Euch als routinierte Live-Musiker von anderen Konzerten unterschieden?

Brugger: Wir waren echt fertig vor dem Auftritt! Wir kannten das nicht, uns so gezielt auf einen Punkt vorzubereiten. Vor Konzerten probt man zwar, aber das ist man irgendwie gewohnt. Aber mit so vielen Musikern alles auf den Punkt an dem Tag bringen zu müssen, damit es möglichst toll ist, war neu für uns. Sobald man dann spielt und das Feedback von den Leuten bekommt, ist es cool - dann vergisst man auch die Nervosität.

Der Titel wirkt, als hättet Ihr in New York gespielt, dabei wurde der Straßenzug in München aufgebaut.

Brugger: Es war klar, dass wir das Lied „Ich war noch niemals in New York” spielen wollten, das haben wir auch früher schon auf Tour gespielt. Wir haben so viele Ideen gehabt und uns Locations angeschaut, dann hat sich das zusammengefügt: Wir sagen, es ist in New York, spielen aber dieses Lied, das die Ironie erklärt und sind in den Outfits der 60er und 70er Jahre gekleidet. Außerdem heißt das wohl legendärste Unplugged-Album von Nirvana „Unplugged in New York” - und das ist ja auch nicht so schlecht.

Und Ihr hattet gleich einen Grund, Udo Jürgens zum Duett einzuladen.

Brugger: Genau, der dann aber leider am Tag der Aufzeichnung keine Zeit hatte, weil er auf Tour war. Es wurde dann ein virtuelles Duett, wir haben ihn vorher aufgezeichnet. Wir hatten ihm eine Demo-Version geschickt, das hat ihn aufgetaut, er fand das gut.

Seid Ihr Fans von ihm?

Brugger: Ja, allein wie der singt, da hörst du einfach, was der Typ schon erlebt hat. Da steckt echt ein Haufen Erfahrung und Leben in der Stimme, das ist super! Der hat so viele Hits gehabt und „Ich war noch niemals in New York” ist ein zeitloses Stück, das so eine Sehnsucht transportiert, die jeder nachvollziehen kann.

Ein „Unplugged”-Album ist oft auch ein Best of. Ihr habt darauf drei neue Stücke, arbeitet Ihr aktuell an einem neuen Album?

Brugger: Nein, wir wollen pausieren und uns keine Gedanken machen, wie es weiter geht. Auch um zu sehen, was mit der Band passiert, wenn es mal keine Termine gibt.

Euren WM-Song hattet Ihr nach dem verpassten WM-Titel 2006 abgeändert. Was passiert nächstes Jahr mit „54, 74, 90, 2010”?

Brugger: Wir haben uns noch nicht drüber unterhalten. Ich meine, wenn sich die Leute das Lied aussuchen, um es im Stadion zu grölen, hab ich natürlich nichts dagegen. Ich werd mir auf jeden Fall die Spiele anschauen.

Aber Ihr würdet wieder am Brandenburger Tor auftreten, wenn Deutschland Weltmeister wird?

Brugger: Wenn sie Weltmeister geworden sind, würde ich mit mir reden lassen. Aber nur unter der Bedingung, dass mich Jogi Löw auf seinen Schultern trägt, während wir das Lied spielen.
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