Aachener Nepal-Hilfe hat in dem Land viel bewegt

Von: Lukas Franzen
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Hilfe wird derzeit an vielen Orten in Nepal gebraucht. Die Aachener Nepal-Hilfe engagiert sich seit 25 Jahren für das arme Land.

Aachen. In Helmut Falters Büro mitten in Aachen scheint das „Dach der Welt“ ganz nah zu sein. Kleine Figuren mit traditioneller Kleidung sind in einem Regal aufgereiht. Sie symbolisieren die unterschiedlichen Volksgruppen Nepals.

An einer Wand erzählen Fotos von Falters Reisen in den Himalaya-Staat – und von seinem 25 Jahre währenden Engagement für das arme Land. Falter ist Vorsitzender der Aachener Nepal-Hilfe, die nach dem schweren Erdbeben dringender denn je benötigt wird. Mit ihren 400 Mitgliedern – davon circa 200 aus Aachen – ist die Organisation die zweitgrößte Nepal-Hilfsorganisation in Deutschland. 

An die ersten E-Mails besorgter Mitglieder, die ihn am Wochenende wegen der tragischen Ereignisse in Nepal erreichten, erinnert sich Helmut Falter noch genau. Der Buchhändler griff sofort zum Telefon, sprach mit seinen Vorstandskollegen im Verein und schickte Nachrichten an Mitarbeiter vor Ort. Tote unter den Mitarbeitern der Nepal-Hilfe gebe es nach aktuellem Kenntnisstand nicht. Gottseidank. „Aber natürlich gibt es katastrophale Meldungen aus dem Land“, sagt Falter. Zum Beispiel diese: In einem Kinderwerk, 25 Kilometer von der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu entfernt, können die meist behinderten Kinder alleine nicht mehr einschlafen. „Das Schwanken des Bodens unter den Füßen hat sie traumatisiert“, sagt Falter. „Sie müssen seit Nächten mit dem Lied ‚Guter Mond, du gehst so stille‘ in den Schlaf gesungen werden.“ Es ist vor allem die ungewisse Lage im Epizentrum des heftigen Bebens zwischen Kathmandu und der Stadt Pokhara, die Helmut Falter, wie er selbst sagt, „die Tränen in die Augen treibt“.

Dort, in dem sogenannten Gorkha-Distrikt, hat die Aachener Nepal-Hilfe 25 Schulen gebaut, renoviert oder erweitert. Diese Arbeit, so seine Befürchtung, könnte nach dem Erdbeben zunichte gemacht worden sein. Im Laufe der Zeit hat die Nepal-Hilfe aber nicht nur Schulen aufgebaut. Falter und seine Mitstreiter starteten eine Initiative, die sich bemühte, junge Nepalesinnen aus der Prostitution in Indien zu befreien. Sie bauten eine Wasserversorgung für zwölf Orte auf. Und sie starteten Projekte, um das Leben von Gelähmten und Blinden zu erleichtern. Aus einem dieser Projekte erreichte Falter auch die bisher erfreulichste Nachricht zwischen all den tragischen Meldungen.

Ein blinder Mitarbeiter, der vor Ort eine Sozialstation für andere Blinde aufgebaut hat, meldete sich mit den Worten: „Uns geht es gut, wir leben alle. Es gibt viele Schäden, aber keine gesundheitlichen.“ Wie die Aachener Nepal-Helfer konkret den Wiederaufbau unterstützen können, wird sich erst in den nächsten Tagen und Wochen entscheiden. „In den Mails, die uns aus Nepal erreichen, ist von Chaos die Rede.“ Trotz der dramatischen Lage vor Ort gelte es abzuwarten, bis die internationale Hilfe vorangeschritten sei. „Wir sind keine Ersthelfer“, sagt Falter und rät von voreiligen Schlüssen ab. „Einzelkämpfer sind in der momentanen Situation Fehl am Platz.“

Kontakt zur Aachener Nepal-Hilfe: www.nepalhilfe-aachen.de

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