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zur Webansicht Sa. 01.11.2014

Lebenslange Haft wegen Mordes

Von: Janou Müller-Beuermanns
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Nideggen. Sieben Monate nachdem die Leiche einer tagelang verschwundenen 24-Jährigen unter einem Bett verstaut aufgefunden worden ist, hat das Landgericht Aachen am Montag den Geschäftspartner der Frau wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

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Soll seine Ex-Freundin erdrosselt und ihre Leiche wochenlang in Folie unter seinem Bett versteckt haben: Patrick R. aus Nideggen, hier mit seiner Rechtsanwältin. Foto: Ralf Roeger

Der 43-Jährige habe die junge Frau am 28. Februar bei einem Treffen in seiner Wohnung in Nideggen versehentlich angeschossen und um dies zu verdecken nicht den Rettungswagen gerufen, sondern beschlossen, die keinesfalls lebensgefährlich verletzte Frau zu töten, stellte die Kammer fest. Er habe ihr mehrfach mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen, sie gewürgt und mit ihrem eigenen Schal erdrosselt. So hatte der Mann es in seinem Geständnis bei der Polizei und vor Gericht geschildert.

Es gebe aber auch Hinweise darauf, so der Richter, dass schon der Schuss aus einer selbst gebauten Anlage kein Unfall war. Denn die in Geschäftsfragen völlig unerfahrene Frau, die auf dem Papier immerhin Geschäftsführerin der maroden Firma des Angeklagten war, wollte sich aus derselben lösen. Zudem hatte der Angeklagte nur eine Woche vor der Tat im Internet nach einer Antwort auf die Frage gesucht, ob Kopfschüsse mit einer Kleinkaliberwaffe oder einer Armbrust tödlich seien.

Im laufenden Verfahren hatte der Angeklagte sich von seinem Geständnis zunächst einmal distanziert und hartnäckig behauptet, die Beamten hätten ihm die Aussagen trotz des Beiseins seiner Verteidigerin in den Mund gelegt. In der Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende Richter Arno Bormann, der Hang zum Verschleiern ziehe sich wie ein roter Faden durch das Leben des Angeklagten. Staatsanwalt René Gilles bezeichnete den Angeklagten gar als „einkalten Täter“.

Dieser hatte die Leiche nach seiner Tat in eine Plane eingewickelt, in einem früheren Stall abgelegt, im Kofferraum seines Autos durch die Gegend gefahren und schließlich unter seinem Bett verstaut. Er beseitigte Spuren, ersetzte sogar sein blutverschmiertes Sofa durch ein neues in gleicher Farbe und täuschte gegenüber der Familie Anteilnahme vor. Die Eltern der Getöteten hatten den Prozess als Nebenkläger verfolgt. Zu Prozessbeginn hatte sich der Bruder der Getöteten auf den Angeklagten gestürzt. Doch eine Antwort auf die Frage, warum ihre Tochter sterben musste, haben sie bis heute nicht.

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