Aachen - „Investörchen“ knacken die 40.000er-Hürde

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zur Webansicht Di. 21.08.2018

„Investörchen“ knacken die 40.000er-Hürde

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Karten fürs Pokalfinale des Westdeutschen Fußball-Verbandes haben sie längst in der Tasche. Und so werden Frank Dressen-Kreitz, Helmut Jordans und Willi Kutsch an Pfingstmontag ins Auto steigen und in Richtung Bonn fahren, wo die Alemannia gegen Viktoria Köln den Einzug in die erste DFB-Pokalrunde schaffen könnte.

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Wollen finanzielle Brücken bauen: die „Investörchen“ Frank Dressen-Kreitz, Helmut Jordans und Willi Kutsch (von links). Foto: Andreas Steindl

„Und dann käme ja ein richtig dicker Batzen für den Spieleretat dazu“, nährt Willi Kutsch ein Hoffnungspflänzchen, das angesichts der jüngsten Ergebnisse der Mannschaft von Trainer Fuat Kilic nicht gerade gewachsen ist. Aber das ficht das Trio nicht im geringsten an, die drei glühenden Fans der Alemannen sorgen auf ihre Weise dafür, dass der Coach, der auf die Rezeptur aus Talentsuche und Schmalkost setzen muss, etwas mehr finanziellen Spielraum für die Saison 2018/19 bekommt. Ihre Aktion „Ich auch. Öcher Investörchen“ verzeichnet von Tag zu Tag neue Erfolge. Seit Mittwoch hat die Summe, die sie zusammentragen, die Schallgrenze von 40.000 Euro durchbrochen.

Wie berichtet zahlen Alemannia-Anhänger nach eigenem Gusto Geld auf ein spezielles Konto des Vereins Alemannia Aachen ein, das ausschließlich zur Verpflichtung neuer oder zur weiteren Bindung guter aktueller Spieler genutzt werden soll. Die kleinste Überweisung betrug 33 Cent, die größte 2000 Euro. Inzwischen wird die monetäre Aktion von anderen Ideen unterfüttert. Dazu gehört die Versteigerung eines Trikots von Marius Ebbers und der Handschuhe von Ex-Torwart Thorsten Stuckmann genauso wie der Verkauf von Schokocreme-Gläsern. Auch hier ist das Trio konditionell noch lange nicht am Ende. „Wer für weitere Versteigerungen Sachen hat, die irgendetwas mit Alemannia zu tun haben, kann sich gerne bei uns melden“, hofft Helmut Jordans auf idealistische Zulieferer.

Die letzten wirklich schlechten Spiele der Mannschaft wollen die „Investörchen“-Initiatoren nicht bewerten. Ihr Blick geht in die Zukunft, in einer Phase, in der der Trainer mit möglichen Verstärkungen verhandelt. „Und die Dankbarkeit von Fuat Kilic ist rührend, uns fast schon unangenehm“, berichtet Kutsch von der Anerkennung seitens des Trainers. Dabei erwarten die drei Fans selbst gar nichts und betonen, dass sie ihre Initiative aus tiefstem Alemannia-Herzen heraus vorantreiben.

Die bisher erreichte Summe von gut 40.000 Euro freut sie umso mehr, als sie sich nicht als klassische Investoren sehen, die ja in der Regel für das eingebrachte Geld Gegenleistungen in diverser Form erwarten und den finanziellen Effekt so mitunter relativieren. Das von den vielen Fans im Rahmen der „Investörchen“-Aktion akquirierte Geld wird hingegen 1:1 in Beine investiert. In welche genau, sollen und wollen die drei hingegen gar nicht wissen.

Am Anfang waren 15.000 bis 20.000 Euro als Ziel formuliert. „Inzwischen glaube ich, dass wir auch 50 000 Euro hinbekommen“, wagt Willi Kutsch eine Prognose. Weiter einzahlen kann man bis zum ersten Heimspiel der kommenden Saison Ende Juli/Anfang August. Dann soll der symbolische Scheck übergeben werden. Bis dahin können alle Interessierten auf der Alemannia-Homepage den Zwischenstand ablesen. Und erst dann wird Kilic das Geld auch überwiesen, damit Transparenz bis zum letzten Cent gewährleistet ist. Aber kein Zweifel: „Einplanen kann der Trainer die Summe bereits jetzt“, verspricht das Trio