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zur Webansicht Do. 17.08.2017

Neue Wohnungen auf Gelände der früheren Tuchfabrik Becker

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:

Brand. Wo einst über Generationen Tuche gewebt wurden, sollen bald hunderte Menschen ein neues Zuhause finden – und heißen soll das Ganze dann folgerichtig „Tuchmacherviertel“. Diese Idee will die Nesseler Projektidee GmbH aus Aachen auf dem riesigen Gelände der ehemaligen Tuchfabrik Becker in Brand umsetzen, und mittlerweile sind die Pläne schon recht konkret.

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Neue Pläne für alte Industriebrache: Auf dem Gelände der früheren Tuchfabrik Becker sollen 270 Wohnungen entstehen. Foto: Andreas Steindl

Am Donnerstag berät die Politik im städtischen Planungsausschuss (17 Uhr, Verwaltungsgebäude Marschiertor) in nicht-öffentlicher Sitzung über die Aufstellung eines Bebauungsplans für das rund 54 000 Quadratmeter große frühere Industrieareal.

Wobei die Geheimhaltung paradox anmutet, denn die Projektverantwortlichen machen im Internet keinen Hehl aus ihrer Absicht, auf dem Areal zwischen der Niederforstbacher Straße, dem Zehntweg, der Beckerstraße und dem Vennbahnweg rund 270 neue Wohneinheiten zu errichten. Es soll, heißt es in einer „Projektinformation Nachbarschaft“, ein „attraktives Stadtteilviertel“ entstehen.

Vorgesehen ist dort demnach der Bau von voraussichtlich 98 Einfamilienhäusern und je nach Größe der einzelnen Einheiten rund 170 weiteren Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Angelegt werden sollen die zwei- bis dreigeschossigen Bauten auf dem zum Vennbahnweg hin abfallenden Gelände in terrassenförmiger Bauweise, wobei auch ein Anschluss an den beliebten Fuß- und Radweg vorgesehen ist.

Derzeit führe man mit der Stadt überdies Abstimmungsgespräche über den Bau einer Kindertagesstätte, heißt es. Die Mehrzahl der notwendigen Parkplätze soll in Tiefgaragen, ein Teil aber auch in oberirdischen Carports geschaffen werden. Erschlossen werden soll das Neubaugebiet von Niederforstbacher Straße und Zehntweg aus, außerdem ist ein Stichstraße von der Beckerstraße aus geplant. Ein Durchgangsverkehr soll allerdings per Durchfahrtsperre unterbunden werden. Außerdem sind in den Plänen großzügige Spiel- und Grünflächen vorgesehen.

Diese Informationen finden sich auch in der nicht-öffentlichen Verwaltungsvorlage, über die die Politik am Donnerstag berät. Die Verwaltung begrüßt darin die Umwandlung des früheren Industrieareals in ein Wohngebiet – der Standort am Rande Brands sei dafür „vorzüglich geeignet“, heißt es. Außerdem wird ausdrücklich die „städtebauliche Qualität“ der Pläne gelobt und der Politik deshalb die Aufstellung eines Bebauungsplans empfohlen.

Die Nesseler Projektidee GmbH stemmt das Bauprojekt nach eigenem Bekunden gemeinsam mit der niederländischen Brack Capital Germany B.V. mit Sitz in Amsterdam. Umgesetzt werden soll das Bauvorhaben von der „nfb süd gmbh & co kg“ in Aachen, an der beide Unternehmen zu gleichen Teilen beteiligt sind.

Mit dem Abbruch der Firmengebäude und Produktionshallen der alten Tuchfabrik, die seit dem Jahr 2012 leerstehen, soll ab kommendem Jahr begonnen werden. Voraussetzung dafür dürfte sein, dass das Bebauungsplanverfahren bis Mitte 2018 abgeschlossen werden kann. Im gleichen Jahr, so ist es der Nesseler-Projektinformation für die Nachbarschaft zu entnehmen, könnte dann auch mit dem Bau der ersten Häuser an den Straßenseiten des Grundstücks begonnen und die Vermarktung der Wohnungen gestartet werden. Und die ersten Bewohner könnten das „Tuchmacherviertel“ dann 2019 oder 2020 beziehen.

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