10157784.jpg

Kommentiert: Wie im Sandkasten

Ein Kommentar von Stephan Mohne

Man könnte fast drüber lachen. Wenn es denn nicht so bitter wäre. Der Tarifkonflikt im Sozial- und Erziehungsdienst nimmt zunehmend abstruse Formen an.

Den neuesten Witz erzählten am Donnerstag die kommunalen Arbeitgeber. Sie hätten jetzt ein Angebot vorgelegt. Und nun sei es an den Gewerkschaften, ernsthaft zu verhandeln.

Das Angebot ist jedoch wörtlich jener Vorschlag, den sie schon vor Wochen auf den Tisch legten und den sie nun einfach umbenannt haben – wohl wissend, dass das für die Gegenseite gar keine Gesprächsbasis war und ist. Das ist schon fast Hohn. Wobei die Strategie natürlich auf der Hand liegt. In diesem Konflikt wächst der Druck enorm – von Seiten der Betroffenen, also der Eltern und Kinder. Und da will man sich so gut wie möglich den Schwarzen Peter zuschieben.

Mithin können die Gewerkschaften nicht anders, als an den Verhandlungstisch zu gehen. Ebenfalls wohl wissend, dass die Vorstellungen nach wie vor Lichtjahre voneinander entfernt sind. Wie soll‘s weitergehen?

Das ist gar nicht so schwer zu beantworten. Erstens müssen die Arbeitgeber abrücken von ihrer Idee, nur ein paar Erzieher – wenn sie sich um Sonderaufgaben wie Integration (sollte das nicht eigentlich selbstverständlich sein?) kümmern – und die Kita-Leiter besser zu bezahlen. Der Berufsstand hat eine generelle Aufwertung angesichts stark gestiegener Verantwortlichkeiten verdient. Zweitens müssen aber auch die Gewerkschaften abrücken von ihren Maximalforderungen, von denen sie selbst wissen, dass sie utopisch sind. Im Erzieherbereich reichen diese umgerechnet bis zu 20 Prozent mehr Gehalt. In der Mitte wird doch wohl was machbar sein, liebe Arbeitgeber und Gewerkschafter, oder?!

Weitere Muskelspiele sind unerwünscht. Denn das Ganze mutet langsam an wie Sandkastenspiele. Nur hat der Förmchenklau hier sehr bittere Folgen. Wenn Eltern mittlerweile – so überhaupt möglich – unbezahlten Urlaub nehmen müssen oder gar überlegen, ihren Job zu schmeißen, weil sie in Sachen Betreuung nicht mehr ein noch aus wissen, dann ist das alles andere als lustig. Also bitte: Rauft Euch zusammen! Und zwar flott.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert