Kommentiert: Was Aachen kann

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Kommentiert: Was Aachen kann

Ein Kommentar von Bernd Mathieu

Was Aachen nicht kann, das haben wir nun über Jahre mit abschreckenden Beispielen mehrfach erleben müssen. Es kann die Häuser, die es eigentlich braucht, nicht bauen oder umbauen: kein Bauhaus Europa, kein Konzerthaus, kein Neues Kurhaus.

Es kann die Häuser, die man eigentlich im Stadtkern nicht bauen sollte, offensichtlich dort nicht verhindern: das Laufhaus. Und es kann schrottreife Häuser nicht abreißen: das Parkhaus Büchel.

Aachen kann der Mehrheit seiner Bürgerinnen und Bürger auch nicht die Plausibilität einer elektrischen und modernen Campusbahn für die Bedeutung einer innovativen Stadt der Elektro-Mobilität vermitteln und verpasst damit die wunderbare Chance, zu einer Modellstadt zu werden. Weitere Stichpunkte sind der Tivoli, die Situation rund um den Bushof, die nicht wirklich verbundene Route Charlemagne...

Ein Aufbruch, ein Ruck

Und jetzt: eine Initiative für die Bewerbung für die Kulturhauptstadt Europas 2025. Was von üblichen Bedenkenträgern schon früh als Spinnerei denunziert wird, ist jedoch eine exzellente Gelegenheit, mit einem Blick nach vorn endlich mal Bewegung in die Stadt zu bringen, die so viele gute Chancen nicht genutzt hat. Diese Bewerbung kann ein Aufbruch, ein Ruck sein und nach Jahren des Stillstands die Kreativkräfte, die es in Aachen und in der Region gibt, motivieren und stärken.

Wenn aus der persönlichen Initiative rund um die Architektin und Stadtplanerin Ina-Marie Orawiec eine Bürgerinitiative mit vielen verschiedenen Gruppen, Milieus und Branchen wird, und darauf deutet einiges hin, dann sollte die kommunale Politik diesen Elan aufgreifen, fördern, für Rückenwind sorgen und mit einem entschlossenen Handeln das Vorhaben unterstützen.

Ein spannender Ansatz

Wenn Zukunft nicht nur Fortschreibung der Gegenwart ist, dann gilt das besonders für Kultur. Aachen könnte den Begriff der Kulturleistung mit der Integration technologischer und wissenschaftlicher Innovationen neu definieren. Das gilt ebenso für das Potenzial vieler kluger Leute aus der nicht subventionierten Kultur.

Kultur neu zu denken, überholte Grenzen zu überwinden und aus der Starrheit des nur Konservierten herauszutreten, das könnte ein spannender Ansatz für einen Dialog mit Menschen verschiedener Provenienz werden. Kultur und Bildung, erfahrene und junge Leute in dieser Art aktueller Kulturarbeit zu einem urbanen Projekt zu formen – das würde eine Stadt der Tradition, der Innovation und der jugendlichen Frische ihrer Hochschulen in eine Arena der Ideen verwandeln.

Es wäre eine Initiative für etwas, egal, ob die Bewerbung am Ende Erfolg hätte. Aachen, was für eine Chance! Aachen kann das. Es muss es nur wollen..

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