Kommentiert: Und wieder wird über Schusswaffen diskutiert

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Kommentiert: Und wieder wird über Schusswaffen diskutiert

Ein Kommentar von Thomas Thelen

In schöner Regelmäßigkeit, also geschätzt alle drei Monate, flammt in den USA die Diskussion über die Waffengesetze neu auf.

 Inhaltlich bietet diese Diskussion wenig Neues, vielmehr läuft sie nach dem ewig gleichen Muster ab: Während die einen, die Unermüdlichen, nach einer Verschärfung der Gesetze rufen, treten die anderen, die Unbelehrbaren, vehement für den Erhalt der bestehenden Gesetze ein. Es ist ein Kampf der Worte und Argumente zwischen einer linken und einer rechten Position. Weil sich die Linken mit ihren Argumenten aber politisch nicht durchsetzen können, bleibt alles schön beim Alten. Und so ist es nur eine Frage der Zeit bis zum nächsten Amoklauf.

Das Argument der Waffenbefürworter, nur wenn sich der aufrechte Bürger entsprechend bewaffnet, könne er sich im Notfall auch zur Wehr setzen, wurde beim jüngsten Massaker in Las Vegas ad absurdum geführt. Natürlich gab es auf dem Konzertgelände reichlich Waffen, natürlich hätte theoretisch die Möglichkeit bestanden, sich zur Wehr zu setzen. Doch was will man ausrichten gegen einen Psychopathen mit einer automatischen Waffe, die der Schussgewalt eines Maschinengewehrs nahekommt und der dazu noch aus dem Hinterhalt agiert?

Mit Schusswaffen aus den Reihen der Konzertbesucher hätte der Amokläufer, der sich irgendwo in einem Hotelzimmer versteckte, ganz gewiss nicht ausgeschaltet werden können. Es machte also gar keinen Unterschied, ob die Opfer Waffen bei sich trugen oder nicht. Sie waren den tödlichen Schüssen schutzlos ausgeliefert. Von wegen Recht auf Selbstverteidigung.

Hätte das Blutbad überhaupt verhindert werden können? Und wenn ja, wie? Indem im Vorfeld sichergestellt worden wäre, dass es einem US-Bürger unter keinen Umständen gelingen darf, auf legalem Weg eine Waffenkammer von 42 Pistolen und Gewehren zusammenzukaufen. Wenn dieser Wahnsinn nicht durch strengere Gesetze und schärfere Kontrollen unterbunden wird, dann ändert sich nichts.

Die Wahrscheinlichkeit aber, dass sich ein republikanisch dominierter Kongress zu Änderungen bei den Waffengesetzen durchringt, liegt nahe Null. Und mit einem Präsidenten Donald Trump, der das offene Tragen von Waffen überall in den USA erlauben will, liegt sie sogar unter Null.

In den Tagen nach dem grausamen Amoklauf von Las Vegas floriert das Geschäft mit den Waffen. Wer noch keine besitzt, der will jetzt unbedingt auch eine haben. Eine Waffe zu bekommen, ist vergleichsweise einfach. Dass sie im Zweifel gar nichts nützt, scheint keine Rolle zu spielen. Armes Amerika!

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