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Kommentiert: Trauerakt in Köln richtig und gut

Ein Kommentar von Angela Delonge

Würdig, bewegend, tröstend. Die Trauerfeier im Kölner Dom hat alle Kriterien erfüllt, die man von solch einem Ereignis erwarten durfte.

Und alle Skeptiker, die einen Staatsakt in Zusammenhang mit dem Absturz der Germanwings-Maschine für übertrieben oder zumindest fragwürdig gehalten haben, sollten nun schweigen. Ihnen muss an dieser Stelle gesagt werden: Es war das einzig Richtige und das einzig Mögliche, was in diesem Fall und nach dieser ungeheuerlichen, nie dagewesenen Tat getan werden konnte.

Wie hätte man sonst den vielen, vielen Menschen, die in jedweder Weise von dem grauenvollen Geschehen vom 24. März und danach betroffen sind, gerecht werden wollen? Menschen aus so vielen Ländern. Hinterbliebene, die Kinder, Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde verloren haben. Helfer, die Schreckliches gesehen haben.

Am Freitag waren sie alle vereint in Trauer und Trost. Es wurden Tränen geweint, es wurde gesungen, gebetet, es wurden heilsame, tröstende Worte gesprochen. Auch für die, die nicht oder nicht mehr glauben. Oder vielleicht nur gerade im Moment nicht. Jedes Wort, das am Freitag im Kölner Dom zu hören war – manches leise und verständnisvoll , manches tränenerstickt, manches laut und eindringlich – hat seine Wirkung getan und alle, wirklich alle mit eingeschlossen. Das Band des Miteinanders, das Bundespräsident Joachim Gauck so treffend zitiert hatte, es war für jeden zu greifen.

Natürlich, nichts und niemand kann den sinnlosen Tod so vieler Menschen begreifbar oder gar wiedergutmachen. Doch am gestrigen Tag im Kölner Dom wurde deutlich, was es bedeutet, nicht allein zu sein. Was es bedeutet, den Schmerz zu teilen und gemeinsam durch den dunklen Tunnel zu gehen, an dessen Ende das Licht leuchtet. Einen Stern, der uns durch die Dunkelheit unseres Lebens leitet, wünschte Joachim Gauck allen Menschen.

Es mag pathetisch klingen, aber am Freitag ist ein solcher Stern im Kölner Dom aufgegangen. Wer dabei war, konnte zusehen, wie alle Zweifler und Skeptiker, alle Gehetzten und Getriebenen zur Ruhe kamen. Nennen wir es einen Stern, Gott oder Liebe. Wie auch immer, am Freitag war es da.

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