Kommentiert: Tihange und die Probleme lassen sich nicht schönreden

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Kommentiert: Tihange und die Probleme lassen sich nicht schönreden

Ein Kommentar von Madeleine Gullert

Es ist richtig, dass Experten sich nach wie vor darüber uneins sind, ob die Tausenden Wasserstoffflocken in Tihange 2 und Doel 3 nun gefährlich sind oder nicht. Aber die Sicherheitsbedenken sind nicht allein auf die Risse zurückzuführen.

Nein, vielmehr verstören immer neue Vorfälle, die auch die belgische Atomaufsichtsbehörde kritisiert. Pumpenausfälle und Lecks in den Kühlsystemen sind Probleme, die niemand wegreden kann.

Die Gefahr durch Terror ist eine zusätzliche Bedrohung. Auch die belgischen Meiler standen im Visier von Islamisten. Die Atomaufsicht Fanc hat Engie-Electrabel in dem Sicherheitsbericht 2017 zwar gelobt. Der Konzern hat seine Hausaufgaben wohl gemacht. Nur leider kommen immer neue Hausaufgaben dazu, wie sich jetzt zeigt. Denn niemand weiß, was in Tihange 3 passieren würde, wenn Terroristen ein Flugzeug in den Reaktor fliegen würden.

Die Menschen in der Grenzregion müssen wohl bis 2025 warten, wenn Belgien aus der Atomkraft aussteigen will. Zwar versuchen Atomlobbyisten immer wieder, mit Verweis auf einen drohenden Blackout eine weitere Verlängerung der Laufzeiten zu erzielen. Aber der jetzige Zustand der Meiler ist ein starkes Gegenargument. Die Ausfälle zeigen nämlich ganz nebenbei, dass Belgien ganz hervorragend auskommt, auch wenn nicht alle Meiler in Betrieb sind.

 

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