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Kommentiert: Streit in der Integrationsfrage

Ein Kommentar von Eva Quadbeck (Berlin)

Wenn es um die Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft geht, ist viel Doppelmoral im Spiel.

So tritt die CSU plötzlich als Verfechterin von Frauen- und Schwulenrechten auf, während sie sich bislang mit diesen Themen nicht gerade profilierte.

Umgekehrt wird der CDU-Vize-Chefin Julia Klöckner von Roten und Grünen geistige Brandstiftung vorgeworfen, nur weil sie sich nicht mit einem Imam treffen möchte, der wiederum ihr als Frau die Hand nicht geben will. Dabei kann sonst die Empörung nicht laut genug sein, wenn Frauen ungleich behandelt werden.

Während bei der Versorgung und Unterbringung der Flüchtlinge allerorten Pragmatismus herrscht und auch für den Wohnungsbau vor allem unbürokratische Lösungen angestrebt werden, fallen die Parteien in der Integrationsfrage in alte Muster zurück: Die SPD will vor allem Geld ausgeben, die Union formuliert mehr Forderungen als Angebote.

Dabei bedarf es auch bei der Integration vor allem der lebensnahen Lösungen. Wer sich schnell integrieren möchte, dem muss der Weg unbürokratisch in den Arbeits- und Wohnungsmarkt geebnet werden. Das gelingt noch viel zu wenig. Wer nicht bereit ist, nach unserem Grundgesetz zu leben, der muss natürlich Sanktionen spüren und zwar schnell und konsequent.

In der Frage, wie Integration gelingen kann, sollten sich die Politiker vielleicht einfach mal ein Beispiel an ihrem Volk nehmen. In Schulen, in Sportvereinen, in Kirchengemeinden und im Privaten engagieren sich enorm viele Bürger eben nicht nur bei der Erstversorgung, sondern auch für den Alltag der Flüchtlinge. Diese vorbildhaften Projekte müssen dringend gefördert werden.

Denn so viel Geld hat der Staat nicht, als dass er für die Integration aller Neuankömmlinge öffentliche Programme auflegen könnte. Nur mit einer engen Zusammenarbeit der Ehrenamtler und der Behörden wird das Mammutprojekt Integration gelingen können – finanziell wie ideell.

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