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Kommentiert: Schrecken ohne Ende

Ein Kommentar von Claudia Schweda

Die schwarz-gelbe Landesregierung will heute im Landtag einen Beschluss fassen, mit dem so viele Förderschulen wie möglich erhalten werden sollen. Der Beschluss versucht, beim Thema schulische Inklusion zu retten, was zu retten ist. Doch wer glaubt, damit wäre ein Ende mit Schrecken nahe, der irrt. Denn dieser Beschluss alleine reicht als Befreiungsschlag nicht aus.

Niemand ist gegen die gleichberechtigte Teilhabe von Behinderten am gesellschaftlichen Leben. Doch die hastig von Rot-Grün eingeführte Inklusion war der falsche Weg. Körperlich behinderte Kinder, die problemlos dem Unterricht an Regelschulen folgen könnten, sind dort kaum zu finden, weil niemand das Geld hat, um die Schulen entsprechend umzubauen und barrierefrei zu machen. Für geistig behinderte Kinder wiederum fehlt die notwendige sonderpädagogische Betreuung. Es gibt schlicht zu wenig Sonderpädagogen. Und diese Personallücke wird durch die Rettung von Förderschulen nicht kleiner. Ganz im Gegenteil: In nicht schließenden Förderschulen wird nun das Personal gebunden, das anderswo bereits dringend erwartet wurde.

Schwarz-Gelb in NRW will einen Umbau stoppen, der nicht zu Ende gedacht war. Das ist richtig. Aber es ist alles andere als eine Lösung. Nun laufen zwei Unterrichtsmodelle parallel nebeneinander. Das wird als Wahlmöglichkeit für die Eltern positiv dargestellt. In der Realität herrscht Chaos.

Geld für zusätzliche Sonderpädagogen, die nötig wären, hat das Land nicht. Gleichzeitig wird die Gymnasialzeit wieder verlängert. Auch das wird den Einsatz von mehr Lehrern erfordern.

Schwarz-Gelb steht vor einem schulpolitischen Scherbenhaufen. Doch die Ideen, die nun in Beschlüsse umgewandelt werden, wirken wie nicht aufeinander abgestimmt. Das Gewurstel in der Schulpolitik geht munter weiter. Die Hoffnung, dass Ruhe in den Schulen einkehrt, wird auch die neue Landesregierung so schnell nicht erfüllen können. Darauf werden sich Lehrer und Eltern einstellen müssen.

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