Lokalsport Fußballschuhe Teaser Freisteller
6912939.jpg

Kommentiert: RWE im Dilemma

Ein Kommentar von Patrick Nowicki

Meint es RWE mit der Energiewende wirklich ernst? Ich habe meine Zweifel. Die Kessel in den Braunkohlekraftwerken laufen nach wie vor auf Hochtouren.

Die deutlich weniger Kohlendioxid ausstoßenden Gaskraftwerke sind nicht wirtschaftlich, tragen also im Moment wenig zum Strommix Deutschlands bei. Und bei den regenerativen Energien hinkt RWE hinterher. So trifft die Krise der Energieversorger den Essener Konzern besonders hart. Er steckt nämlich in einer Zwickmühle: Jahrelang galt der Blick den konventionellen Kraftwerken. Alte Braunkohlekraftwerke wurden für Milliarden Euro modernisiert. Natürlich sind die Blöcke nun wirtschaftlicher, sauberer und flexibler, aber um dies zu schaffen, musste sich RWE auf dem Kapitalmarkt bedienen.

Der Schuldenberg wuchs und wuchs. Das war kein Problem, so lange der Preis auf Strombörse über 50 Euro pro Megawattstunde erzielte, denn dann kann man problemlos zurückzahlen. Aber diese Zeiten sind schon lange vorbei. Daran sind auch die regenerativen Energien Schuld. Sie speisen inzwischen reichlich Strom ins Netz, was den Preis an der Börse fallen lässt. RWE selbst bekommt noch keine großen Stücke vom Kuchen ab, denn ein Großteil der Anlagen befindet sich noch im Bau.

Etwa 3000 Megawatt Strom kann RWE Innogy, die für grünen Strom zuständige RWE-Tochter, derzeit aus Wind- und Wasserkraft produzieren. Zum Vergleich: Das Braunkohlekraftwerk Neurath produziert alleine 4200 Megawatt. Die neuen beiden Blöcke mit sogenannter optimierter Anlagentechnik dort waren RWE bis zur Inbetriebnahme im August 2012 nach eigenen Angaben satte 2,6 Milliarden Euro wert. Das alleine zeigt, dass der Energiekonzern nach wie vor auf Braunkohle setzt.

Innogy-Chef Hans Bünting sprach Mittwoch davon, dass man weiter wachsen wolle. Dafür darf er in diesem Jahr unter 500 Millionen Euro insgesamt investieren. Das ist auf dem wachsenden Markt erneuerbarer Energien deutlich zu wenig. Anlagen auf hoher See, also Offshore-Parks, sind nämlich aufwändig und deswegen kostspielig. Kurzum: Aus diesem Dilemma kann RWE nicht mehr alleine herauskommen.

Die Tatsache, dass Braunkohlestrom nach wie vor profitabel ist, der Ausbau regenerativer Energien allerdings zurückgefahren wird, beweist: Bei RWE stehen die Zeichen nicht auf Energiewende. Das ist ein riskantes Spiel. Denn das Ende großer Tagebaue und Kraftwerke ist nach derzeitigem Stand absehbar.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert