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Kommentiert: NRW braucht mehr Chancengleichheit

Ein Kommentar von Madeleine Gullert

Die Landesregierung hat ihre Hausaufgaben zwar gemacht, aber eine Eins hat sie für die Anstrengungen in der Schulpolitik nicht verdient.

Noch immer hat die soziale Herkunft einen dramatischen Einfluss auf die Bildungsbiografie – das ist die traurigste Erkenntnis der Gewerkschaftsstudie. Das Ziel, kein Kind zurückzulassen, ist verfehlt. Dabei trifft es ausgerechnet die Schwächsten.

An den Hauptschulen bleiben mehr Schüler sitzen. Dort sind noch immer mehr Arbeiterkinder oder Jugendliche mit Migrationshintergrund als am Gymnasium. Rot-Grün hat zu wenig für die Chancengleichheit getan. Doch das löst keine gesellschaftlichen Debatten aus. NRW diskutierte in den vergangenen Monaten vielmehr über das Turbo-Abitur. Gymnasiasten haben in Form ihrer meist gebildeten Eltern eben eine andere Lobby als Hauptschüler.

Und die Situation an Hauptschulen droht sich noch zu verschärfen, weil im Zuge der hastig eingeführten Inklusion besonders viele behinderte und somit noch mehr besonders förderbedürftige Kinder diese Schulform besuchen – an Gymnasien werden sie oft abgelehnt.

Um jedes Kind zu erreichen und zu fördern, ist das Schulsystem zu zersplittert. Zu früh werden die Weichen für die Bildungsbiografie gestellt. Ein längeres gemeinsames Lernen, das Rot-Grün in Form von Sekundarschulen schon fördert, aber auch Ganztagsschulen sind der richtige Schritt, um die soziale Kluft zu überwinden. Diesen Weg muss die Landesregierung weitergehen.

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