Kommentiert: Nicht mit Laschet!

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Kommentiert: Nicht mit Laschet!

Ein Kommentar von Thomas Thelen

Ministerpräsident Armin Laschet hat seine Teilnahme an der Ruhrtriennale abgesagt. Nicht diese Absage ist der Skandal, sondern die Tatsache, dass sich Intendantin Stefanie Carp in den Kopf gesetzt hatte, Musiker einzuladen, die der „Boycott, Divestment and Sanctions“-Bewegung nahestehen.

Diese tritt für einen Boykott Israels ein. Nachdem Carp die Band zunächst eingeladen hatte, zog sie die Einladung zurück, um die Musiker doch wieder einzuladen. Das war selbst der Band zu blöde. Sie sagte ab.

Nun könnte man Laschet vorhalten, sein Fernbleiben sei überzogen, weil doch der Stein des Anstoßes aus dem Weg geräumt wurde. Doch Laschet spielt nicht den Beleidigten, sondern zeigt Haltung. Wie im Fußball gilt für ihn, dass allein schon der Versuch eines Foulspiels geahndet werden muss. Carp wollte Foul spielen, das war zu offensichtlich. Laschet zeigte ihr Rot. Dazu bedurfte es nicht mal eines Videobeweises.

Laschet gehört nicht zu denen, die sich einer kritischen Israel-Haltung verschließen. Zwar teilt er die Kritik in der Regel nicht, doch er hört sie sich wenigstens an. In diesem Fall geht es aber nicht um einen kontroversen Meinungsaustausch, sondern darum, dass er nicht Unterstützer einer Sache sein will, bei der Künstler Israel das Existenzrecht absprechen. Natürlich darf Kunst provozieren. Doch antisemitische oder dieses Recht auf Existenz in Frage stellende Aktionen sind von der Kunstfreiheit nicht gedeckt. Sie sind ein nicht tolerierbarer Tabubruch.

 

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