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Kommentiert: Mehr Sicherheit durch autonomes Fahren

Ein Kommentar von Thomas Thelen

Der schwere Verkehrsunfall, bei dem am Sonntagmorgen auf der A4 zwischen Merzenich und dem Kreuz Kerpen vier junge Menschen ums Leben gekommen sind, wird wohl niemals aufgeklärt werden.

Der Unfallverursacher kam bei dem schrecklichen Unfall selbst ums Leben, man wird ihn nicht mehr befragen können, warum er mit seinem Pkw ungebremst auf einen LKW auffuhr. War der Mann zu schnell unterwegs? War er abgelenkt, weil er auf seinem Smartphone Nachrichten las oder gar selbst eine Nachricht verfasste? War er übermüdet? Ist er eingeschlafen? Das alles sind Spekulationen. Es wird keine Antworten geben. Und selbst wenn: Vier Menschenleben wurden ausgelöscht – viel zu früh.

Wir und die Autobahn

Spekulationen über die Ursache liegen bei derartigen Autobahn-Katastrophen in der Natur der Sache. Schließlich nutzen die meisten von uns selbst regelmäßig die Autobahn. Man schaut sich die Unfallbilder an und denkt, dass man selbst in jenem Auto hätte sitzen können, in dem drei junge Menschen ums Leben kamen. Auf der Autobahn hat man das eigene Schicksal eben nicht nur selbst in der Hand. Oft genug wundert man sich sogar, dass trotz des hohen Verkehrsaufkommens, das etwa auf der A4 im Feierabendverkehr herrscht, nicht mehr Unfälle geschehen.

Und in der Tat ist es so, dass die Zahl der tödlichen Unfälle auf Autobahnen im Vergleich zu jenen auf anderen Straßen eher gering ist. Auf der Autobahn gibt es – im Normalfall – keine Fahrradfahrer, keinen Gegenverkehr und keine Fußgänger. Nur, wenn es kracht, dann meistens schwer. Was den Eindruck erweckt, dass die Autobahnen besonders gefährlich seien. Vielleicht hat sich – wie in vielen anderen Lebensbereichen – inzwischen die Wahrnehmung verschoben: Das, was nicht die Regel ist, empfinden wir zunehmend als Realität, weil ständig darüber berichtet wird. Im Übrigen auch in unserer Zeitung.

Immer wieder wird der Ruf nach einem strikten Tempolimit auf Autobahnen laut. Verkehrsexperten weisen darauf hin, dass die Gefahr der nachlassenden Konzentration bei einem zu geringen, stets gleichbleibenden Tempo eher steigt. Für oder gegen Tempolimit? Letztlich bleibt das wohl Ansichtssache. Was allerdings nicht für die Vorteile eines autonomen Fahrens gilt. Hier liegen die Vorzüge klar auf der Hand: Ein Pkw bremst automatisch ab, wenn er sich einem vor ihm fahrenden Lkw mit zu hoher Geschwindigkeit nähert.

So wichtig wie der Gurt

Derartige Fahrerassistenzsysteme und teilautomatisierte Funktionen gibt es längst. Deutschland ist bei der Entwicklung ein Vorreiter. Allerdings liegt die Anwendung dieser Systeme – also die Verantwortung –immer noch in der Hand des Fahrers; er alleine entscheidet, ob er sie nutzt oder nicht.

Will man die Sicherheit auf den Straßen künftig weiter verbessern, dann muss aus der Freiwilligkeit eine vorgeschriebene Verbindlichkeit werden. Das auto- matische Bremssystem müsste so selbstverständlich werden wie der Gurt. Das setzt aber voraus, dass die Technik einwandfrei funktioniert und bezahlbar ist. Hier gibt es noch Nachholbedarf.

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