Kommentiert: Mal ganz entspannt

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Kommentiert: Mal ganz entspannt

Ein Kommentar von Peter Pappert

In der deutschen katholischen Kirche gibt es seit Jahrzehnten immer wieder Konflikte. Der Streit um Donum Vitae ist einer der heftigsten gewesen.

Er entzündete sich daran, dass der damalige Papst Johannes Paul II. die hiesigen Bischöfe Ende der 90er Jahre zwang, aus der gesetzlich vorgeschriebenen Schwangerenkonfliktberatung auszusteigen. Jede Chance, eine Abtreibung zu vermeiden, sollte aber genutzt werden; deshalb gründeten daraufhin katholische Laien Donum Vitae.

Viele Bischöfe waren damals hin und her gerissen zwischen Gehorsam zum Papst und dem Wunsch, sich weiterhin so für den Lebensschutz zu engagieren, wie es dann aber nur jener Verein tun konnte. Donum Vitae und die katholische Kirche haben nie kooperiert. Weil es jedoch um ein fundamentales christliches Anliegen geht, ist beider Verhältnis in vielen Bistümern – keineswegs in allen –von gegenseitigem Respekt getragen. Dafür hat auch in schwierigen Zeiten der damalige Bischof Mussinghoff immer gesorgt. Nach der jetzigen Initiative der Bischofskonferenz könnte man sich mehr denn je entspannen.

ZdK-Präsident Sternberg freut sich darüber; er hat sich jahrelang persönlich und sehr intensiv dafür eingesetzt. Er sieht den Streit „wesentlich gemildert, wenn nicht sogar gelöst“. Diese Zuversicht möchten in seiner Kirche gerne viele teilen. Ausgeschlossen ist aber nicht, dass der alte Streit, der zuletzt kaum noch wahrgenommen wurde, hier und da neu und heftig ausbricht. Die Verantwortlichen auf allen Seiten könnten und müssten das vermeiden.

Die von Kardinal Marx bestätigte Annäherung und Gemeinsamkeit ist ein gutes Zeichen, bei dem es nicht bleiben sollte. Was Sternberg sich wünscht, gemeinsame Auftritte von Bischöfen und Mitgliedern von Donum Vitae, sollte jetzt der nächste Schritt sein. Unter denen, die sich in der katholischen Kirche für den Schutz des Lebens – sei es in dessen Endphase oder vor der Geburt – einsetzen, darf niemand dem anderen den guten Willen bestreiten. Manche Wege sind unterschiedlich, aber die Grundüberzeugungen und das Ziel sind gleich. Diesen Grundkonsens haben die Bischöfe nun gegenüber Donum Vitae endlich bekundet.

Die katholische Kirche wird auch in Zukunft nicht institutionell mit Donum Vitae kooperieren; der Verein wird unabhängig bleiben. Aber es entspräche dem Verständnis einer den Menschen – vor allem jenen in schwierigen Situationen – zugewandten Kirche, wenn sie zum Beispiel eine Kollekte für Donum Vitae durchführen würde. Auf Spenden ist der Verein nämlich dringend angewiesen.

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