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Kommentiert: Kumuliert dezimiert

Ein Kommentar von Albrecht Peltzer

Böse Zungen würden das bestätigen: Fußball und Tivoli – das passt nicht zusammen. Nein, wir wollen jetzt nicht über die Alemannia lästern. Im Gegenteil.

Wir drücken alle Daumen, dass es bald aufwärts geht. Aber: Fakt ist, dass mit dem Gekicke der Alemannia die Kosten des Tivoli nicht zu decken sind. 

Also müssen weitere Nutzungen her. Zum Beispiel Fußball. Ja genau. Fußball. Und zwar vom Feinsten (hoffentlich). Leider nur via Bildschirm. Das Stichwort lautet: Public Viewing. Eigentlich eine naheliegende Idee, die WM im Kollektiv im Stadion zu genießen. Weil die Infrastruktur stimmt, weil es genug Parkplätze gibt, weil alles passt.

Das haben sich die Grünen so gedacht und ärgern sich jetzt schwarz. Weil – man höre und staune – der Tivoli für derartige Veranstaltungen ungeeignet ist. Sagt das Eurogress, das für die Stadt alternative Veranstaltungen für den Tivoli und damit Mehreinnahmen akquirieren soll. Die LED-Mattscheibe wäre zu schwer, die Rasenheizung würde Schaden nehmen.

Man fragt sich nur, wie das in anderen Städten funktioniert. Schweben – zum Beispiel – die Rolling Stones am 19. Juni durch die Düsseldorfer Esprit-Arena? Kam – zum Beispiel – Bruce Springsteen im Kölner Stadion vor zwei Jahren ohne Bühne aus, wegen der Rasenheizung? Natürlich nicht. Was anderswo geht, muss in Aachen noch lange nicht klappen. Das kennen wir leider anhand zahlreicher Beispiele. Gute Nacht.

 

Baustelle Aachen – das nächste Kapitel. Dieses Mal am Krugenofen. Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit. Staus, Ärger, Lärm – man kennt das. Aber eines ist neu. Um die ganze Sache zu beschleunigen, wollen Anwohner und Einzelhändler den Baufirmen zur Not Prämien zahlen, wenn es dafür zügiger als geplant vorangeht. Man darf gespannt sein, was die OB-Kandidaten von CDU und Grünen – OB Marcel Philipp und seine Dezernentin Gisela Nacken – dem Bürger zu sagen haben. Wahlkampf der anderen Art, beim Podiumsgespräch am 14. Mai im Rewe-Markt.

 

Bürgerservice – das ist in den letzten Wochen eher ein Reizwort gewesen. Immerhin hat das Amt in der Innenstadt wieder geöffnet, die Wartezeiten sind dennoch nicht von schlechten Eltern. Der Grund für die massiven Probleme wurde jetzt noch einmal im Personal- und Verwaltungsausschuss beim Namen genannt: „Kumulierende dezimierende Personalfaktoren“.

Oder: Ein krasses Beispiel dafür, was aus Sparkonzepten werden kann. Eigentlich muss man schon dankbar sein. Denn jetzt wird endlich einmal öffentlich darüber geredet, was Verwaltung leisten muss und was sie leisten kann. Und dass vieles auf dem Rücken des nicht kumuliert dezimierten Personals ausgetragen wird.

 

Die Woche in Aachen: Da steigen Hunde dem Ludwig Forum aufs Dach und heute geht‘s im Kunsttempel an der Jülicher Straße um Möpp und Mensch. Wirklich zum Bellen. In diesem Sinne: schönes Wochenende!

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