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Kommentiert: Krokodile und so

Ein Kommentar von Albrecht Peltzer

Also doch Schwarz-Rot. Oder „Groko“, wie man neudeutsch zu sagen pflegt. Hat irgend etwas von Krokodil – was wiederum zur CDU passt.

Sie erinnern sich: Fraktionsstreit, Krisengespräche in der ehemaligen Gaststätte „Zum Krokodil“ usw. Das ist der sprichwörtliche Schnee von gestern. Die Christdemokraten 2014 stehen anders da als 2013, wo sie von den Grünen an der Leine geführt wurden, bis sie sich schließlich losbissen. Oder gebissen wurden. Je nachdem. Jetzt große Koalition. 

Für manche ja doch überraschend, da nach der Rückkehr von Harald Baal auf den Chef-Sitz der CDU-Fraktion der alten Liebe „Grün“ gute Chancen eingeräumt wurden. Fortan müssen sich die ehemaligen Wortführer mit der Oppositionsrolle begnügen. Widerworte geben statt Ton angeben lautet – gezwungenermaßen – das Gebot der Stunde. Politikerpech.

Man darf gespannt sein, welche Konsequenzen die erste schwarz-rote Zusammenarbeit in Aachen noch haben wird. Bedeutet sie das baldige „Aus“ der Ära Gisela Nacken, deren Wahlperiode als Dezernentin Anfang 2015 endet? Darauf deutet einiges hin. Noch halten sich alle Beteiligten ja bedeckt. Aber die Causa Nacken soll hinter verschlossenen Türen ein ganz entscheidendes Thema auf dem Weg zum Koalitionsvertrag sein. Sicher hat auch OB Philipp ein Wörtchen dazu zu sagen, quasi als späte Retourkutsche in Sachen OB-Kandidatur aus den Reihen seines Personals.

Schwarz-Rot im Rat, reinstes Schwarz in den sieben Bezirken. Das hat es auch schon länger nicht gegeben. Zumindest ein Bezirksbürgermeisterpöstchen hatten die Grünen als Partner der CDU. Was den Sozialdemokraten dieses Mal nicht gelingen wollte. Aber ist das ein wirkliches Pro-blem? Sicher nicht. Denn die Bezirke zeichnet seit jeher eine größere Harmonie aus, als sie der Stadtrat gemeinhin auf die Beine bekommt. Vieles wird in großem Einvernehmen auf den Weg gebracht. Und man scheut sich nicht, auch einmal gegen die vermeintlich großen Brüder und Schwestern zu votieren. Insofern ging die Kür der Bezirksbürgermeister und -innen ohne großes Getöse über die Bühne. Wie heile Welt eben.

Wovon am späten Montagabend nicht die Rede sein konnte. Ein solches Unwetter hat die Stadt lange nicht gesehen. Bei dem Ausmaß der Schäden ist es fast ein Wunder, dass niemand ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen wurde. Polizei und Feuerwehr waren im Dauereinsatz, die Aufräumarbeiten sind auch jetzt noch nicht ganz abgeschlossen.

Die Woche in Aachen: Politisch bleibt es spannend. Wohin steuert Schwarz-Rot? Und: Wer gewinnt die Stichwahl in Sachen Städteregionsrat? Ach ja, da war ja noch etwas. Städteregion, die große Unbekannte in Aachen. Gehen Sie am Sonntag trotzdem oder gerade deswegen wählen. So viel Zeit muss bleiben. In diesem Sinne: schönes Wochenende!

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