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Kommentiert: „Ja, ich gestatte“

Ein Kommentar von Eva Quadbeck (Berlin)

Ein Perspektivwechsel ist meistens hilfreich, seinen eigenen Standpunkt zu überprüfen. Wer bislang keinen Organspende-Ausweis besitzt oder im Ernstfall nicht dazu bereit ist, möge einmal seine Fantasie bemühen.

Wie steht man zu dem Thema, wenn man selbst oder ein naher Angehöriger schwer an Nieren, Leber, Lunge oder Herz erkrankt? Und wie fühlt man, wenn man einer von Tausenden ist, die auf ein Spenderorgan warten – in der Gewissheit, dass im Laufe eines Jahres nur für jeden vierten oder fünften auf der Warteliste ein Organ zur Verfügung stehen wird?

Diese Fragen sollte sich jeder einmal stellen. Wenn man dann trotzdem zu dem Ergebnis kommt, dass man sich im Todesfall keine Organe entnehmen lassen möchte, dann ist das eine akzeptable Entscheidung. Doch sich mit dem Thema überhaupt auseinanderzusetzen, sollte jedem moralische Verpflichtung sein.

Wer einen Organspende-Ausweis mit dem Kreuz an der Stelle „Ja, ich gestatte . . .“ in seiner Brieftasche mit sich trägt, ist ein möglicher Lebensretter. Daher gehört die Neuregelung, wonach die Krankenversicherungen regelmäßig über die Möglichkeit zur Organspende informieren müssen, zu den sinnvollen Neuerungen nach den Skandalen.

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