Kommentiert: Irreale Parallelwelt!

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Kommentiert: Irreale Parallelwelt!

Ein Kommentar von Madeleine Gullert

Die Qualitätsbesuche an den nordrhein-westfälischen Schulen sind in etwa so effektiv wie der Blitzmarathon.

Die Besuche der Prüfer werden angekündigt. Im Internet geben Rektoren Tipps, wie die Schule bei Besuchen der Bezirksregierung gut abschneidet. Eine entsprechende Liste des Ministeriums gilt es abzuarbeiten. Zudem kennen sich Lehrer und Prüfer der Bezirksregierung meist gut.

Die gezeigten Schulstunden sind wohl so repräsentativ wie die von Referendaren in ihren Prüfungen – Frontalunterricht existiert in dieser Parallelwelt nicht. Das sagt wenig über den tatsächlichen Zustand an den Schulen aus.

Zwar ist es positiv, dass das Schulministerium die Frequenz der Inspektionen erhöht hat. Während früher Schulen nur alle 16 Jahre Besuch vom Inspekteur bekamen, soll das nun alle fünf Jahre der Fall sein. Doch es hat keinen Effekt, wenn alles nur Show ist. Unangekündigte Besuche von externen Prüfern könnten das ändern.

Und dann ist da noch die Sache mit der Transparenz. Vieles, was mit Schule zu tun hat, wird im Land nicht erhoben oder nicht öffentlich gemacht. Ob es sich um die Qualitätstests handelt, den Unterrichtsausfall, um dessen Erfassung es lange Diskussionen gab, oder die Zahl der Fehlstunden bei Lehrern. NRW hat gehörigen Nachholbedarf.

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