Kommentiert: Hätte Bierhoff doch lieber weiter geschwiegen

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Kommentiert: Hätte Bierhoff doch lieber weiter geschwiegen

Ein Kommentar von Heribert Förster

Werde einer schlau aus diesem DFB! Als Mesut Özil und Ilkay Gündogan auf den überflüssigen Fotos mit dem türkischen Despoten Recep Tayyip Erdogan in die Kamera lächelten, schwieg der DFB. Als Nachfragen kamen, schwieg der DFB. Das Schweigen wurde kurz von Anschuldigungen gegen Nachfragende unterbrochen.

Dann wurde es rassistisch, in den Asozialen Netzwerken wurden Özil und Gündogan für ihr Schweigen beschimpft. Haute der DFB krachend auf den Tisch? Es wäre die richtige Reaktion gewesen. Doch der DFB, natürlich, er schwieg. Es sei alles gesagt, sagte der nichtssagende DFB. Auch vor den Toren Moskaus schwieg der DFB. Das Schweigen der..., nun ja, suchen Sie sich was aus.

Jetzt redet der Verband. DFB-Direktor Oliver Bierhoff, Miterfinder des gefloppten Hashtags #ZSMMN, redet – als er besser geschwiegen hätte. Zehn Tage nach dem Aus einen Spieler in einem Interview derart an den Pranger zu stellen, ist billig und stillos. Zu Beginn der Affäre hätte Oliver Bierhoff reden müssen – und zwar Klartext.

Mesut Özil, der alles andere als überzeugt hat, so aus der Nationalmannschaft zu quasseln, ist eines hochrangigen DFB-Vertreters unwürdig. War nicht immer die Rede von „ehrlichen Analysen“ im Nachklapp zur herben WM-Enttäuschung? Bislang mutet das wenige, was gesagt wurde, eher seehoferesk an. Und dazu passt auch der Hinweis Bierhoffs, er habe sich in dem viel kritisierten Interview missverständlich ausgedrückt. Bundesinnenminister Horst Seehofer revidiert seine Aussagen mittlerweile ja auch täglich.

 

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