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Kommentiert: Große IT-Baustelle

Ein Kommentar von Amien Idries

Irgendwie ist das mit der Paradoxie der IT-Sicherheit ja eine nur allzu verständliche, weil menschliche Sache. (Fast) jeder nutzt die Vorzüge des Netzes mit Cloud-Service, Navigation und bargeldlosem Bezahlen.

Wenn es aber um die Sicherheit geht, stößt man an die Bequemlichkeitsgrenze und verfällt in Leichtgläubigkeit: Wird schon nix passieren ... hoffentlich. Davon kann auch der Autor dieser Zeilen ein Lied singen. Hier gilt: Aus Schaden wird der Einzelne klug und sorgt hoffentlich beim nächsten Mal besser vor.

Auf dieser privaten Ebene ist das volkswirtschaftlich verschmerzbar, wenn es aber um die Unternehmens- oder die staatliche Sicherheit geht, darf diese Lockerheit nicht zum Maßstab werden. Vor allem in Unternehmen herrscht aber mancherorts beängstigende Naivität.

Da wird in mittelständischen Firmen teure Logistik-, Steuerungs- oder Abrechnungssoftware gekauft, die Frage, wo diese Software denn anfällig für Angriffe ist, wird dann stiefmütterlich in der unterbesetzten IT-Abteilung behandelt. Hinzu kommt, dass Unternehmen, die bereits Opfer von Cyberangriffen wurden, dies oft schamhaft verschweigen, um den Ruf des Unternehmens nicht zu gefährden.

Dabei könnten bei mehr Transparenz zumindest andere Firmen von den Erkenntnissen profitieren können. Bereits heute gibt es für Betreiber von kritischen Infrastrukturen eine Meldepflicht bei Cyberangriffen, die sich auch auf Firmen aus anderen Bereichen ausweiten ließe. So wie meldepflichtige ansteckende Krankheiten, treten Computer-Viren und Trojaner ja nicht isoliert auf, sondern greifen viele Ziele an. Je früher gute Informationen über die jeweiligen Angreifer bekannt sind, desto besser ist Schutz möglich.

Und es ist eine bessere Information der Mitarbeiter erforderlich. Ihnen muss klar sein, dass ihr privates Nutzungsverhalten nicht 1:1 im Betrieb umgesetzt werden kann. Die IT-Abteilungen müssen klare Regeln für das Verhalten im Netz aufstellen. Dabei sollte man allerdings eines nicht vergessen: Das Netz ist zum Austausch entwickelt worden und kann so eine enorme Innovationskraft entfalten.

Wer sich abschottet, läuft Gefahr, Innovationsprozesse zu verpassen. Wer kreative Mitarbeiter haben will, muss ihnen – etwa in einem gesicherten Parallelnetzwerk – die Möglichkeit geben, neue Software auszuprobieren und kollaborativ zu arbeiten. Auch so wird der Wirtschaftsstandort Deutschland gestärkt.

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