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Kommentiert: Gefährlicher Bruch

Ein Kommentar von Friedemann Diederichs

Die Aufnahmen aus Syrien, die Informationen der US-Regierung und die Worte aus Moskau lassen keinen anderen Schluss zu: Russland mag bei seinen ersten Bombenangriffen in Syrien zwar auch Ziele des „IS“ ins Visier genommen haben – doch hat es ebenfalls auch von den US geförderte Widerstandskämpfer attackiert, die gegen Putins Busenfreund Baschar al-Assad kämpfen.

Der Kreml rechtfertigt dies mit den Worten, auch gegen „andere Terrorgruppen“ vorzugehen. Dies gibt dem Konflikt in Syrien eine ganz neue Dimension. Zum einen dürfte die Flüchtlingswelle in Richtung Europa weiter anschwellen. Zum anderen zeigt sich hier ein gefährlicher Bruch zwischen den Weltmächten USA und Russland als Folge eines eiskalt kalkulierten Affronts von Wladimir Putin.

Der Kreml-Chef kann sich diese Eskalation nur leisten, weil er weiß, dass er – wie beim völkerrechtswidrigen Krim-Landraub – ohne wirklich schmerzhafte Konsequenzen davon kommen dürfte. Dass der Irak und Iran das russische Vorgehen unterstützen, zu dem Assad aufgerufen haben soll, macht die Suche nach einer Antwort für den harmoniesüchtigen Obama umso schwerer. Es wird auch von den Europäern abhängen, hier dem Kreml das „Stopp“-Zeichen zu zeigen.

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