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Kommentiert: Falsche Helden

Ein Kommentar von Rene Benden

In diesem Jahr ist bereits der achte Teil der Filmreihe „The Fast and the Furious“ in die Kinos gekommen. Die Streifen haben insgesamt rund vier Milliarden US-Dollar eingespielt.

Das Geheimnis dieses durchaus bemerkenswerten Erfolges ist natürlich nicht die Handlung, sondern das immer wiederkehrende, spektakulär in Szene gesetzte Leitmotiv der Filmreihe: viel zu schnelles Fahren außerhalb aller gesetzlicher und gesellschaftlicher Normen.

Dass die Helden dieser Filme immer die sind, die am schnellsten fahren und das größte Risiko eingehen, muss nicht extra betont werden. Denn die Fähigkeit, sein Fahrzeug außerhalb der gängigen physikalischen Grenzen zu beherrschen, beschert dem Fahrer Anerkennung – in durchaus breiten Teilen der Gesellschaft.

Gefahr ausgeblendet

Diese Anerkennung ist auch der Grund, weshalb man die Gefahr, die solche Fahrer für sich und andere darstellen, ausblenden kann. Nach dem gleichen Mechanismus schauen viele mit Faszination auf die halsbrecherischen Aktionen des einen oder anderen Motorradfahrers, der sich jenseits aller Geschwindigkeitsbegrenzung durch die Eifel katapultiert. Doch seitdem sich dort eine wachsende Gruppe von Anwohnern gegen die Raserei vor ihrer Haustür zur Wehr setzt, fällt es immer schwerer, auszublenden, dass diese Fahrer verantwortungslose Rowdys, wenn nicht gar Kriminelle sind. Denn jeder, der mit mehr als 200 Stundenkilometern auf den Landstraßen rund um den Rursee unterwegs ist, nimmt billigend Verletzung und Tod von Unbeteiligten in Kauf.

Appelle an die Vernunft dieser Fahrer sind von überschaubarer Wirkung. Ist die Motivation für solche Fahrten doch nicht selten, im normierten Alltag einmal etwas Unvernünftiges zu tun. Auch Streckensperrungen und sogenannte Rüttelstreifen taugen nicht als Gegenmaßnahme. Sie bestrafen pauschal die große Gruppe der Motorradfahrer, die sich überwiegend im Straßenverkehr völlig korrekt verhält. Was also ist zu tun?

Der Bundestag hat vor einigen Wochen ein eindeutiges Zeichen gesetzt, indem er illegale Rennen nicht mehr als Kavaliersdelikte durchgehen lässt. Sie werden nun als Straftat bewertet, nicht mehr nur als Ordnungswidrigkeit. Wer sich also auf die zwölf Kilometer lange Runde zwischen Kesternich, Rurberg und Einruhr mit dem Ziel begibt, sie schneller als in sechs Minuten zu fahren, dem muss klargemacht werden, dass er sich strafbar macht. Dazu braucht es allerdings auch eine Polizei, die dazu personell in die Lage versetzt wird, die Raserei auf den immer gleichen Strecken zu unterbinden.

Hochgradig kriminell

Passiert das nicht, deutet sich gerade ein Szenario an, dass noch weitaus mehr Probleme machen wird. Wiederholt berichten derzeit Motorradfahrer von Ölspuren, die gelegt worden seien, um Bikern zu schaden. Auch das ist hochgradig kriminell.

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