Kommentiert: Facebook im Dienste der Menschheit?

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Kommentiert: Facebook im Dienste der Menschheit?

Ein Kommentar von Marie Eckert

Mark Zuckerberg will uns doch nur helfen. Sagt er zumindest. Facebook, so schreibt der Gründer, wurde dafür erdacht, um Leute näher zusammenzubringen und ihnen dabei zu helfen, in Verbindung zu bleiben. Nebenbei ist Zuckerberg dann auch noch zu einem der reichsten Menschen der Welt geworden.

Jetzt will das Soziale Netzwerk zu seinen Wurzeln zurückkehren. Dafür werden im persönlichen Newsfeed bald weniger Inhalte von Unternehmen und Medien erscheinen. Inhalte, zu denen sich ein Nutzer und dessen Freunde äußern, sollen dagegen höher platziert werden. Übrigens: Ganz genau genommen liegen die Wurzeln des Netzwerks woanders, nämlich beim Vorgänger „facemash.com“ – eine Website, die der damalige Havard-Student Zuckerberg mit Freunden entwickelt hat. Ziel war es, anhand von Fotos die Attraktivität von Frauen zu bewerten. Ob das wohl Menschen zusammenbringt?

Algorithmen versuchen nun außerdem, schon vorher zu sortieren, welche Beiträge für den Nutzer und seine Freunde relevant sind. Ein guter Zeitpunkt, um sich noch einmal die Macht, die Facebook hat, in Erinnerung zu rufen. Facebook bestimmt, was wir sehen und wann wir es sehen. Wir haben nur bedingten Einfluss darauf. Facebook möchte, dass Unternehmen eine größere Rolle in seinem Universum spielen? Kein Problem: Zuckerberg selbst lockte in den vergangenen Jahren Marken und Medien auf seine Plattform, wollte Facebook zur „besten personalisierten Nachrichtenseite“ der Welt machen. Nun rudert er zurück. Ebenfalls kein Problem: Zuckerberg ändert die Spielregeln einfach wieder. Dieser Einfluss auf die immerhin zwei Milliarden Nutzer weltweit mutet, zurückhaltend ausgedrückt, zumindest mal unangenehm an.

Ob die Änderung nicht auch mit den Problemen der Vergangenheit zu tun haben könnte – Stichwort Falschmeldungen und Hasskommentare ? Von Seiten des Facebook-Managements heißt es, dass keine politischen Motive dahinterstecken.

„Wir fühlen uns verpflichtet, dafür zu sorgen, dass unsere Dienstleistungen nicht nur Spaß machen, sondern auch gut für das Wohlbefinden der Menschen sind“, schreibt Zuckerberg. Ja, da können wir uns aber glücklich schätzen, dass wenigstens Facebook sich um unser Wohlbefinden kümmert! Im Hinblick auf seine beiden Töchter sei es Zuckerberg wichtig, dass sie das Gefühl haben „dass das, was ihr Vater aufgebaut hat, gut für die Welt war“. Facebook im Dienste der Menschheit? Einfach schön.

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