Fluch der Karibik Freisteller Jack Sparrow Kino
14154481.jpg

Kommentiert: Ein langer Weg

Ein Kommentar von Christina Handschuhmacher

Keine Frage: Seit in Deutschland 1911 auf Anregung der deutschen Sozialistin Clara Zetkin der erste Weltfrauentag gefeiert wurde, ist in Sachen Gleichberechtigung hierzulande viel passiert. Dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts einst nicht wählen durften? So gut wie vergessen!

Dass sie nur mit der Erlaubnis ihres Ehemannes einen Arbeitsvertrag unterschreiben durften? Heute schier unvorstellbar! Und eine seit fast zwölf Jahren amtierende Bundeskanzlerin zeigt, dass Frauen hierzulande alles erreichen können – auch das mächtigste Amt des Staates. Es scheint, als habe Deutschland in Sachen Gleichberechtigung alles erreicht. Häkchen dran. Erledigt.

Doch der Schein trügt. Auch im Jahr 2017 sind Frauen in Deutschland nicht vollständig gleichberechtigt. Beispiel Lohnunterschiede: Zwischen Männern und Frauen hierzulande klafft immer noch eine große Lohnlücke. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes verdienten Frauen im Jahr 2016 bei vergleichbarer Tätigkeit(!) und gleicher Qualifikation und Ausbildung(!) immer noch acht Prozent weniger als gleichaltrige Männer. Rational erklären lässt sich diese Lücke nicht. Bei einem monatlichen Bruttolohn von 3500 Euro, verdienen Frauen 280 Euro weniger im Monat. Auf ein gesamtes Erwerbsleben von 45 Jahren gerechnet sind das 151 200 Euro. Viel Geld für einen Unterschied, der sich weder erklären noch begründen lässt. Immerhin: Die Politik hat das Problem erkannt und will mit dem Lohngleichheitsgesetz Abhilfe schaffen.

Doch Frauen in Deutschland werden nicht nur schlechter bezahlt als Männer. Sie leisten auch weitaus mehr von der Arbeit, die nicht bezahlt wird: Kindererziehung, Hausarbeit, Pflege kranker Angehöriger. In vielen Punkten gilt offenbar auch im Jahr 2017 noch ganz selbstverständlich: Das ist Frauensache! Ein am Mittwoch von Familienministerin Manuela Schwesig vorgestelltes Gutachten zeigt, dass Frauen täglich 52 Prozent mehr unbezahlte Arbeit für andere leisten als Männer. Für diese Arbeit bekommen die Frauen nicht nur keinen Lohn, sondern meist auch keine Anerkennung.

Mit zweierlei Maß gemessen

Und auch in vielen anderen Bereichen wird bei Männern und Frauen mit zweierlei Maß gemessen. Es bleiben Fragen: Warum ist es gesellschaftlich breit akzeptiert, wenn Männer sich lieber um ihre Karriere kümmern statt um die Kinder? Aber warum werden Frauen oft als Rabenmütter betitelt, wenn sie das Gleiche tun? Warum sind Frauen in Führungspositionen trotz aller politischen Bemühungen in vielen Branche noch Mangelware? Warum arbeiten so viele Frauen im Niedriglohnsektor und in schlecht bezahlten Branchen wie den Pflegeberufen?

Über diese Themen sollte nachgedacht werden – nicht nur am Weltfrauentag!

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert