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Kommentiert: Ein Haudegen mit Schwert statt Florett

Ein Kommentar von Robert Esser

Wenn ein CSU-Politiker formvollendet verkleidet als Marilyn Monroe, Filmheld Shrek oder Punk mit Irokesenschnitt auf der Bühne auftaucht, kann die Show nicht baden gehen.

Das weiß der passionierte Hobby-schwimmer und Politprofi Markus Söder. Und das weiß auch der Aachener Karnevalsverein. Mit dem bayrischen Haudegen schlägt der AKV einen Mann zum Ritter, der sich im Karneval genauso spielend zurechtfindet wie in der bayrischen Staatskanzlei. Der 48-Jährige nimmt kein Blatt vor den Mund, weicht keinem Schminktopf aus – auch wenn er dabei zuweilen ein Fettnäpfchen erwischt. Egal.

Der Söder kann das ab. Er teilt tüchtig aus und steckt mindestens so viel ein. Ein versierter Redner ist er ohnehin. Man darf sicher sein, dass er die Latte im AKV-Narrenkäfig ziemlich hoch legt. „Auch wenn danach ein paar Leute ein halbes Jahr sauer auf mich sind“, wie er unlängst bekannte. Söder wird als AKV-Ritter mehr das Schwert als das verbale Florett führen. Gut so!

Viele rechnen nicht zu Unrecht mit einer ähnlich brillanten Rede, wie sie Ritter Philipp zu Guttenberg 2011 in Aachen gehalten hat – zu Guttenberg zum Beispiel. Der gratulierte Söder am Montag in München persönlich. Vergleiche mit dem letzten bayrischen Ministerpräsidenten, dem in Aachen die Ritterwürde angetragen wurde, muss Markus Söder sowieso nicht scheuen. Der Mann im Jahr 2000 hieß Edmund Stoiber. Obwohl: Stoiber als Marilyn Monroe, das hätte schon auch was gehabt....

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