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Kommentiert: Ein Endlager für radioaktiven Müll finden

Ein Kommentar von René Benden

Nachdem die jahrzehntelange Hängepartie um den Standort Gorleben beendet ist, beginnt die Endlagersuche nun von ganz vorne.

Das als Erfolg zu verkaufen, dürfte der breiten Allianz aus Union, SPD und Grünen, die das entsprechende Gesetz auf den Weg gebracht hat, schwerfallen. Drängt man aber die Erinnerung an alle halbherzigen Versuche der Vergangenheit, ein Endlager für radioaktiven Müll zu finden, einmal beiseite, ist dieser Gesetzentwurf die bisher beste Chance, ein gravierendes Problem in ferner Zukunft in den Griff zu bekommen.

Grund dafür ist die Tatsache, dass nun der nach wissenschaftlichen Kriterien beste Standort in Deutschland infrage kommt. Das mag zwar selbstverständlich klingen, war es lange Zeit aber nicht. Einige Bundesländer – Bayern vorneweg – weigerten sich schlicht, als Endlagerstandort infrage zu kommen. Der neue Vorstoß beendet die Egotrips einzelner Bundesländer und stellt einen breiten Konsens her. Allein das ist eine große Leistung.

Allerdings ist dieser Konsens durch viele Kompromisse erkauft worden. Auch das sieht man dem Gesetzentwurf an. Da wäre beispielsweise der nicht gerade ambitioniert Zeitplan. 2050 soll mit der Einlagerung der nuklearen Abfälle begonnen werden.

Also in 33 Jahren. Wer auch immer die Absicht erklärt, dass er in mehr als 30 Jahren mit etwas beginnen will, verklausuliert nur, dass er keine Ahnung hat, wie lange es tatsächlich dauert. Natürlich ist die Endlagersuche zu komplex, als dass man erwarten könnte, in wenigen Jahren eine endgültige Lösung präsentieren zu können. Doch das Denken in Jahrzehnten ist ein Schlupfloch, das Problem mit den nuklearen Abfällen anderen Generationen zu überlassen.

Und noch ein Kompromiss wird gerade in unserer Region für Diskussionen sorgen. Denn der am Mittwoch vorgelegte Entwurf verbietet den Export von Atommüll ausdrücklich nicht. Zwar sind die Hürden für die Genehmigungen eines Exports hoch, doch es gibt die theoretische Möglichkeit. Nämlich dann, wenn Brennelemente, die aus der Forschung stammen, aus Gründen der sogenannten Nichtverbreitung von waffenfähigen nuklearen Komponenten, an den ursprünglichen Entsender zurücktransportiert werden sollen.

Brennelemente aus der Forschung mit hochangereichertem Uran aus den USA gibt es in nennenswerten Mengen nur aus dem ehemaligen AVR-Reaktor in unserer Region. Das klingt sehr nach einer Lex Jülich.

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