Kommentiert: Die Stadt Aachen und ihr Krisenmanagement

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Kommentiert: Die Stadt Aachen und ihr Krisenmanagement

Ein Kommentar von Albrecht Peltzer

Okay, damit war nun wirklich nicht zu rechnen: dass die eindringlichen Sturmwarnungen tatsächlich der Realität entsprechen! Dass „Friederike“ mehr sein wird als eine Hobby-Voraussage von Amateur-Meteorologen.

Dass Windstärken um die 120 Stundenkilometer tatsächlich gefährlich sind! Frecherweise bläst der Sturm den Menschen seit dem frühen Donnerstagmorgen dann tatsächlich ins Gesicht. So wie prognostiziert! Früher, da war alles viel besser. Da gab es eindeutige Wettervorhersagen, die entweder eintrafen oder auch nicht. Da wusste man, woran man war. Mit Sicherheit...

Um die geht es dann gestern Morgen in aller Eile. Überstürzt. Schlecht vorbereitet. Das Krisenmanagement der Stadt Aachen als ziemlich windig zu charakterisieren, ist sicherlich nicht aus der Luft gegriffen. Erst weist man die Schulen an, die Pennäler nach Hause zu schicken, und als diese dann tatsächlich unterwegs sind, mahnt man, diejenigen, die es bis 10.30 Uhr nicht ins sichere Kinderzimmer schaffen, lieber doch in der Schule zu betreuen. Da stehen die meisten allerdings schon ziemlich ratlos an der Bushaltestelle, während viele Eltern in Windeseile ihren Arbeitsplatz verlassen haben, um ihre Schützlinge zu suchen.

Chaos an vielen Fronten. Dass es in den meisten Fällen nur zu Sachschäden kommt, ist nicht der Weitsicht der Krisenmanager, sondern der Milde von „Friederike“ zu danken. Der geht glücklicherweise relativ schnell die Puste aus.

Dennoch: Die Gefahren durch den Sturm sind von den Verantwortlichen offensichtlich massiv unterschätzt worden. Was hätte dagegen gesprochen, bereits am Mittwochabend schulfrei zu verordnen, um allen Betroffenen nicht nur Planungssicherheit zu garantieren? So ist ziemlich fahrlässig mit der Gesundheit vieler Kinder umgegangen worden.

Bei der nächsten Sturmwarnung sollten die Verantwortlichen einen Blick ins Einmachglas werfen. Wenn der Frosch in Deckung geht, ist höchste Alarmstufe. Egal, was die Wetter-App sagt. Analog funktioniert immer noch. Oder man ringt sich doch durch, den eindringlichen Warnungen im Vorfeld zu glauben – und handelt verantwortungsvoll und weitsichtig.

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