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Kommentiert: Die Sportberichterstattung wird sich rasant ändern

Ein Kommentar von Christoph Pauli

Es ist die Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Sender, die Sportvielfalt möglichst abzubilden.

Überraschenderweise gibt es ein Leben neben dem Fußball, auch wenn der fast in jeder Klasse sein Publikum findet. Fußball bedeutet Quote bedeutet Umsatz. ARD/ZDF sind allerdings gehalten, auch über Volleyball, Hockey oder Rudern zu berichten.

Aber es nicht ihre Aufgabe, das Marketing für solche Sportarten zu liefern, die nicht das große Publikumsinteresse finden. Es ist vielmehr die Aufgabe der Athleten und ihrer Verbände, sich interessanter zu machen. Die Hausaufgaben müssen die Funktionäre selbst machen, sie müssen ein gutes, planbares Produkt bieten, das im Stadion und an den Fernsehschirmen angenommen wird.

Wer das nicht schafft, hat keine mediale Zukunft. Angreifbar machen sich die Sender nur, wenn sie boomende Sportarten wie Volley- oder Handball stiefmütterlich behandeln. Das Publikum und die Erfolge sind da, es fehlen die Fernsehmacher. Die Erkenntnisse sind nicht neu, und es gibt wenig Indizien, dass sie zur Einsicht führen. Die Sportberichterstattung wird sich dennoch verändern. Längst gibt es Ausweichplätze, Sportarten landen im Internet oder im Privatfernsehen. Ziemlich punktgenau lässt sich die Zielgruppe so erreichen.

Aufgewertet werden die Sportarten durch solche oft preiswerten Produktionen eher selten. Ein Massenpublikum lässt sich so nicht mehr generieren. Das Fernsehen verliert an Reichweite, es muss deswegen aber nicht an Qualität verlieren. Gerade hat das ZDF seine Champions-League-Rechte verloren, bei den Öffentlich-Rechtlichen sitzt man bei den Olympischen Spielen 2018 bis 2024 eher am Katzentisch. Die Sender sind überboten worden, als es um die milliardenschweren Sportrechte ging.

Das ist auch eine große Chance, eingesparte Millionen anders einzusetzen als für durchkommerzialisierte Großereignisse oder Bundesligaspieltage. Es ist nämlich auch nicht die Aufgabe von ARD/ZDF, in einem völlig aus den Fugen geratenen Markt auch nur indirekt die perversen Gehältern von Fußballern zu finanzieren.

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