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Kommentiert: CDU muss sich erneuern

Ein Kommentar von Anja Clemens-Smicek

Erinnern Sie sich noch an den Sommer 2014, als die hessische CDU auf die grandiose Idee kam, besonders erfolgreiche Parteiwerber mit einem Frühstück mit Ministerpräsident Volker Bouffier zu belohnen?

Verzweiflungstaten von diesem Kaliber werden das Problem der Parteien in Deutschland sicher nicht lösen können. Fraglos gibt es aber auch kein Patentrezept für die Werbung neuer und vor allem jüngerer Mitglieder. Das haben gerade die Volksparteien in den vergangenen Jahren teils schmerzhaft erfahren müssen.

Die Mitgliederstruktur von CDU, CSU, SPD und auch Linkspartei bildet die gesellschaftliche Vielfalt der Bundesrepublik – und damit der Wählerschaft – nicht mehr ab. Der demografische Wandel wird diese Entwicklung noch einmal verstärken.

Die Christdemokraten sitzen in der Nachwuchsfalle. Warum das so ist? Weil alle großen Organisationen bis hin zu den Sportvereinen mit nachlassenden Bindungskräften hadern und auch die Merkel-Partei da keine Ausnahme bildet. Weil gerade die Politik für die meisten jungen Menschen keine erste Wahl mehr ist, wenn sie ein attraktives Betätigungsfeld suchen. Wer sich gesellschaftlich engagieren will, dem stehen andere Plattformen zur Verfügung. Da sind Bürger­initiativen, Nichtregierungsorganisationen oder soziale Verbände, die meist viel unbürokratischer und zeitgemäßer die Möglichkeit eröffnen, sich projektbezogen und direkt zu engagieren.

Es ist also längst überfällig, dass die CDU jünger, moderner und weiblicher wird. Wer die internen Strukturen der CDU kennt, weiß aber, dass schon so mancher Vorstoß in diese Richtung ins Leere gelaufen ist.

Außerdem ist es mit einem neuen, jugendlichen Anstrich allein nicht getan. Letztlich muss es der CDU darum gehen, ihr konservatives Profil wieder zu schärfen, das sie in der großen Koalition verloren hat. In jedem politischen Grundseminar lernt man, dass Menschen wegen gemeinsamer Werte in eine Partei eintreten. Manchmal kann es einem so vorkommen, als wüssten die Christdemokraten selbst nicht so genau, wofür sie eigentlich stehen Die Agenda „Meine CDU 2017“ sollte dringend um diesen Punkt erweitert werden.

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